Kaltenegger: SPÖ will Abschaffung der Milchquote

Preiseinbrüche von minus 18,5% beim Bauernmilchpreis zu befürchten

Wien (OTS) - "SPÖ Agrarsprecher Kurt Gaßner hat heute die wahre Strategie der SPÖ entlarvt. Gaßner tritt vehement für eine vorzeitige Quotenabschaffung ein und fordert eine sofortige Erhöhung der Milchproduktion in Österreich. Damit würde der Bauernmilchpreis stark unter Druck kommen und massiv sinken. Dagegen verwehren wir uns mit aller Vehemenz", so Bauernbunddirektor Fritz Kaltenegger. Die heutigen Vorschläge der SPÖ würden das sofortige Aus der Milchquotenregelung und damit auch das Aus für tausende Milchbauern in Österreich bedeuten. Der Durchschnitt einer Reihe internationaler Studien belegt, dass eine Quotenausweitung beziehungsweise Abschaffung einen Preiseinbruch von minus 18,5% beim Bauern bedeuten würde. Die Milchproduktion würde jedoch im Gegenzug um nur knapp 2% steigen (Quelle: FAL-Isermeyer, Europäische Kommission, LEI-Wageningen).

"Die positiven Effekte für die Konsumenten würden sich durch einen niedrigeren Bauernmilchpreis aber in Grenzen halten, da vor allem Energie-, Lohn- und Logistikosten sowie Verarbeitungs- und Handelsstruktur für die Preisbildung im Regal entscheidend sind. Ich fordere die SPÖ auf - im Interesse der österreichischen Milchbauern -ihren Vorschlag nach einer Quotenabschaffung zurückzuziehen", so Kaltenegger.

"Während in Österreich ein Milchbauer durchschnittlich rund zehn Kühe besitzt, sind es in Deutschland 38 und in Dänemark gar 85 Kühe. Da Gaßner immer wieder Deutschland als Vorbild in der Milchpolitik heranzieht, wünscht sich die SPÖ wohl deutsche oder gar dänische Verhältnisse auf unseren Betrieben", zeigt sich Kaltenegger verwundert. Für eine Inflationsbekämpfung würden sich ganz andere Maßnahmen eignen. Kaltenegger fordert die SPÖ auf, für die Novelle des Marktordnungsgesetzes an den Verhandlungstisch zurückzukehren, um alle Möglichkeiten in diesem Bereich auszunützen.
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