FV Audivisons- und Filmindustrie begrüßt Schmied-Initiative

1 Mio. Euro zusätzlich für Filmpräsentation vorgesehen

Wien (PWK099) - Der Fachverband der Audiovisions- und
Filmindustrie begrüßt die Absicht von Frau Bundesministerin Dr. Claudia Schmid, dass Budget des Österreichischen Filminstituts kurzfristig und außerbudgetär um 1 Mio Euro für Zwecke der Filmpräsentation aufzustocken. Dies stellt offensichtlich eine Reaktion auf bestehende Defizite der Filmvermittlung dar.

Festzuhalten ist jedoch, dass im Hinblick auf die ambitionierten Ziele des Kapitels Film im Regierungsübereinkommen diese "Finanzspritze" noch keine Antwort auf die Herausforderungen sein kann, mit denen sich die Filmwirtschaft aktuell konfrontiert sieht (siehe: www.Initiativefilmtv.at). Eine nachhaltige Maßnahme zur Steigerung des Filminstitutsbudgets ist offenbar nicht in Sicht.

Das Ziel Filmvermittlung beinhaltet ein breites Maßnahmenspektrum, das AUCH vom ÖFI vermittelt werden kann und bereits wird. Der gesetzliche Auftrag des ÖFI zielt aber im Kern noch immer auf Projektentwicklungs- und Herstellungsförderung; dort liegt auch der größte Handlungsbedarf.

Es muss deutlich gemacht werden, dass die Filmvermittlung mit der Steigerung der qualitativen Produktionen einher gehen muss. Das ist derzeit nicht der Fall, weil die Ressourcen zur Filmherstellung in Österreich im Europavergleich im Schlusslicht zu finden sind. (Österreichisches Filminstitut 2008, Euro 12,6 Mio, das Dänische Filminstitut Euro 60 Mio).

Der Fachverband hat 2007 die Initiative FilmTV ins Leben gerufen, um die verheerende Lage der ganzen Branche aufzuzeigen. Dazu gehören die Bedingungen der Filmfinanzierung genauso wie die prekäre Lage des ORF. Bildung, Aus- und Fortbildung sowie notwendige strukturelle Reformen der filmrelevanten Institutionen müssen dabei ebenfalls erwähnt werden.

Um international vergleichbare Bedingungen in Österreich zu schaffen, die das kreative Potential der Branche wahrnehmen und die enorme berufliche Nachfrage junger Menschen in den neu hinzukommenden Berufsbildern respektieren, muss der Gesamtumfang der zur Verfügung stehenden Mittel Euro 200 Mio betragen. Euro 100 Mio zur unabhängigen Produktion beim ORF, Euro 20 Mio beim ÖFI, Euro 20 Mio zur wirtschaftlich orientierten Filmproduktion, Euro 20 Mio beim RTR für TV Koproduktionen und weitere Euro 40 Mio bei den Länderförderungen -allen voran Wien mit dem FFW der mindestens Euro 15 Mio benötigt, um die Konkurrenzfähigkeit mit anderen umliegenden Regionen zu wahren.

Wir verbinden daher mit dieser nunmehrigen willkommenen, aber im Hinblick auf das oben Gesagte unzureichenden Zusatzfinanzierung die Hoffnung, dass zumindest zum Teil bestehende Filmvermittlungsmaßnahmen eingerechnet werden können und damit die Zusatzmittel indirekt dem Hauptzweck des ÖFI zu Gute kommen. Die Notwendigkeit dringenst, mutige und moderne Rahmenbedingungen zu schaffen bleibt weiterhin bestehen. (us)

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