Wlodkowski: Kanzler-Vorschläge wären Katastrophe für Milchbauern

Inflationsbekämpfung mit Klassenkampf und Almosen untauglich

Wien (OTS) - "Die Vorschläge des Bundeskanzlers zur Bekämpfung der Inflation würden das Ende der österreichischen Milchproduktion bedeuten und die heimischen Milchbauern in eine wirtschaftliche Katastrophe führen. Die Kanzler-Ideen heißen nämlich, dass die Quote, die die kleinen Milchbauern in Österreich schützt, abgeschafft wird. Darauf würden agrarindustrielle Großkomplexe in Europa nur warten und den Markt sofort übernehmen. Ob das die heimischen Konsumenten wollen und damit die Inflation in Österreich bekämpft werden kann, ist mehr als fraglich. Dass aber damit tausende Bauernexistenzen in den Berggebieten und benachteiligten Regionen Österreichs ruiniert werden, ist sicher", zeigt sich Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, von den Vorschlägen des Regierungschefs enttäuscht.

"Von einem Bundeskanzler hätte ich mir fundiertere Vorschläge zur Inflationsbekämpfung erwartet. Viel vernünftiger und wirkungsvoller wäre es, rasch den EU-Binnenmarkt in allen Bereichen voll umzusetzen und so Kosten zu senken, um den Konsumenten die Vorteile eines großen EU-Marktes auch weitergeben zu können", ergänzt der LK-Präsident.

Vorschläge sind unausgegoren

"Auch die übrigen Vorschläge zur Inflationsbekämpfung sind offenbar an den Prämissen 'Klassenkampf' und 'Verteilung von Almosen' und weniger an der Möglichkeit einer raschen Umsetzung orientiert. Denn das Abschöpfen von Spekulationsgewinnen wird Österreich kaum im Alleingang durchsetzen können. Auch der Generalverdacht nach kartell-und wettbewerbsrechtlich bedenklichem Verhalten, dem Österreichs größter Industriezweig, die Lebensmittelindustrie, von der größeren Regierungspartei ausgesetzt wird, würde kaum die Inflation dämpfen. Sollte es so ein Verhalten tatsächlich geben, fragt man sich, warum dies von der Kanzler-Partei bis heute ungeahndet blieb. Das laufende Monitoring im Handel und das Anprangern von Preistreibern wird ebenfalls eine personal-, bürokratie- und kostenaufwendige Angelegenheit ohne wirksame Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise werden", stellt Wlodkowski fest.
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