Kunst-Installation von Andrea Morein im Museum Judenplatz

Wien (OTS) - Das Jüdische Museum Wien präsentiert in seiner Außenstelle auf dem Judenplatz von 6. Februar bis 27. April eine Installation mit dem Titel "recto/verso". Diese Installation von Andrea Morein bezieht sich auf die Rückseiten von Charlotte Salomons Gouachen-Zyklus "Leben? oder Theater?", den die damals 26-jährige gebürtige Berlinerin auf der Flucht vor den Nationalsozialisten kurz vor ihrer Deportation nach Auschwitz schuf, wo sie ermordet wurde.

Bei der Eröffnung der Ausstellung erläuterte Andrea Morein ihren Zugang zum Oeuvre Charlotte Salomons, die für sie als Nachgeborene eine wichtige Quelle des Umgangs mit dem Holocaust sei. Die in Wien geborene und in Köln lebende Andrea Morein setzt sich mit der bewegenden Vita Salomons in sehr eigenwilliger und subjektiver Weise auseinander: Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Arbeit sind die von Charlotte Salomon verworfenen Recto-Seiten ihres Zyklus, die sie durch Überklebungen entwertet hatte, doch mit der anderen Seite neu verwendete. Der Akt dieser entwertenden, gezielten Überklebungen sind es, der Morein fasziniert. In einer Installation, die das Gefängnis Mensch in seinem emotionalen, zeit- und raumbedingten Beziehungsnotstand widerspiegelt sind 15 Collagen auf Papier integriert, die das Thema der Zensur des eigenen selbst dem anderen gegenüber und die Zensur des anderen dem eigenen selbst gegenüber aufgreifen.

Die Installation "recto/verso" ist von 6. Februar bis 27. April im Museum Judenplatz (1010 Wien, Judenplatz 8) zu sehen. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog zum Preis von 7,50 Euro. Die Außenstelle des zu den Kulturbetrieben der Wien Holding zählenden Jüdischen Museums ist von Sonntag bis Donnerstag von 10 bis 18 Uhr, freitags von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt Euro 4,- / Euro 2,50 ermäßigt. Schulklassen haben freien Eintritt, Führungen und pädagogische Programme: Tel.: +43-1-535 04 31-311, 312 bzw. kids.school@jmw.at.

o Kurzbiografie Andrea Morein In Wien geboren; lebt in Köln und Tel-Aviv Zwischen 1975 -1997 experimentelle Theaterarbeit, diverse Tätigkeiten beim Film, Performances, Location - Projekte Zwischen 1980 - 2000 Lehrtätigkeit im Bereich Performance, Theater, Bewegung; interkulturelle Projekte Studienaufenthalte in Israel, Großbritannien, USA, Indonesien Seit 1997 Videoarbeiten, Installationen, Zeichnung und Fotoarbeiten Zum Werk: www.andreamorein.com/

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/ma53/rkfoto/

(Schluss) sta

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Dr. Alfred Stalzer
Mediensprecher
Jüdisches Museum Wien
Telefon: 535 04 31-113
Fax: 535 04 31
E-Mail: presse@jmw.at
Mobil: +43 664 506 49 00
www.jmw.at/

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0012