Seipel lobt Martin Roth, staunt über Ausschreibung und kündigt Memoiren an.

Wien (OTS) - Der scheidende Direktor des Kunsthistorischen
Museums, Wilfried Seipel, lobt in einem Interview für die morgen erscheinende NEWS-Ausgabe demonstrativ seinen Dresdner Kollegen Martin Roth. Zu anderen Kandidaten für seine Nachfolge äußert er sich nicht.

Seipel: "Ich werde mich zu Kandidaten nicht äußern, aber Roth ist ein ausgezeichneter Fachmann, ein energischer, großer Macher, der in Dresden Unglaubliches aufgestellt hat."

Den Ausschreibungstext halte er dennoch für unerfüllbar: "Ich weiß, dass man viele Leute in Europa anspricht, und ich verstehe auch, dass sich das nicht jeder antut. Es ist kein leichter Job, und die ganz wenigen Leute, die in Spitzenpositionen sind, haben wenig Motivation, wegzugehen. Ich staune nur über den Ausschreibungstext, der Erfahrung mit einer vergleichbaren Position in einem vergleichbaren Haus verlangt. Da gibt es vielleicht fünf auf der Welt."

Seipel warnt deutlich vor der Zerschlagung seines sogenannten Imperiums: Sie würde enorme bürokratische Kosten und eine Gesetzesänderung bedingen. Seipel: " Der Tatsache, dass man scheibchenweise demontiert wird, ist die internationale Anerkennung gegenüberzustellen. (...) Ich hoffe sehr, dass es mit der Ministerin zu einem persönlichen Gespräch kommt, bevor man solche Veränderungen erwägt. Natürlich wird ein Minister von bestimmten Personen beraten und wohl auch nicht hundertprozentig informiert."

Seipel über die vom Ministerium geplante Koordination des Ausstellungen im Bundesbereich: "Ich bitte darum, dass sich die Politik aus der Programmierung heraushält. Kein Politiker würde sich erkühnen zu verbieten, dass in der Staatsoper, der Volksoper und im Theater an der Wien gleichzeitig die ,Zauberflöte’ gespielt wird."

Für die Zeit nach seinem Ausscheiden kündigt Seipel ein möglicherweise brisantes Buch an: "Nach siebzehn Jahren hat man sehr viel aufgestaut. Man hat auch einiges mitzuteilen, was man an Erfahrungen mit Medien und Politik gesammelt hat. Kein Abrechnungsbuch, aber doch ein paar Gedanken."

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