WKÖ-Hochhauser: E-Rechnung verunsichert Unternehmen

Umfrage: Nur knapp 1/3 der Betriebe kennt Regeln - WKÖ fordert 1000 Euro-Bagatellgrenze für Pflicht zur digitalen Signatur

Wien (PWK093) - 62 % der österreichischen Unternehmen haben zumindest schon ein Mal eine E-Rechnung erhalten. Dennoch fristet der Einsatz elektronischer Rechnungen in Österreich noch immer ein Schattendasein. Die Mehrheit der Betriebe - konkret 52,4 % - erhält maximal 10 % der Fakturierungen auf diesem Weg. Das ergibt eine Umfrage der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) unter 500 Unternehmen. Geradezu Besorgnis erregend ist ein weiteres Ergebnis: Das Gros der Betriebe kennt die für die E-Rechnung geltenden gesetzlichen Regelungen nicht.

"Es besteht noch sehr großer Aufklärungsbedarf in Sachen E-Rechnung", sagt Anna Maria Hochhauser, WKÖ-Generalsekretärin. "Vor allem die rechtlichen Bestimmungen für den Vorsteuerabzug sind vielen Unternehmen noch immer nicht klar."

Konkret wusste nur ein knappes Drittel der Betriebe (32,9 %), dass die E-Rechnung mit einer elektronischen Signatur versehen sein muss, um den Vorsteuerabzug geltend machen zu können. 27,8 % der Befragten räumten ein, die Antwort nicht zu wissen. 23,2 % meinten, dass es reiche, die E-Rechnung auszudrucken und abzulegen, 12,7 % sagten, man müsse die Faktura im pdf-Format abspeichern und 3,4 % hielten das Anbringen eines elektronischen Eingangsstempels für ausreichend -alle diese Antworten sind falsch.

Die große Verwirrung im Zusammenhang mit dem Vorsteuerabzug von E-Rechnungen ist laut Hochhauser einer der Hauptgründe, warum diese Form der Rechnungslegung - obwohl viel kostengünstiger und umweltfreundlicher - nach wie vor nur selten zum Zug kommt. Nur 4,5 % der Unternehmen erhalten mehr als drei Viertel ihrer Rechnungen elektronisch, bei nur 5,5 % sind es mehr als die Hälfte bis ¾ aller Rechnungen. Am häufigsten trudeln E-Rechnungen in Kleinstbetrieben mit bis zu 4 Mitarbeitern ein: Dort haben 69,9 % schon einmal eine E-Rechnung bekommen. Am seltensten ist das bei Betrieben mit 50 bis 249 Mitarbeitern der Fall (50 %).

Die WKÖ schlägt zwei Maßnahmen zur Lösung des Problems vor:
Einerseits muss die Information über den sinnvollen Einsatz von digitaler Signatur und E-Rechnung ausgeweitet werden. Die WKÖ bietet dazu unter http://wko.at/e-rechnung Online-Ratgeber für E-Rechnungsempfänger und -sender an. Mit nur wenigen Mausklicks können Unternehmen auf sie zugeschnittene Auskünfte bekommen - und das kostenlos. Auch beim nächsten E-Day der WKÖ, der am 6. März in der Wiener Hofburg stattfindet, ist die E-Rechnung einer der Schwerpunkte. Anmeldungen sind bereits jetzt unter www.eday.at möglich.

Zudem sei der Gesetzgeber gefordert, so die WKÖ-Generalsekretärin:
"Die Pflicht zur digitalen Signatur sollte bei Kleinrechnungen unter 1.000 Euro schlicht und einfach abgeschafft werden." Dadurch könnten vor allem KMU die E-Rechnung schneller implementieren und von Einsparungen profitieren. "Der Einsatz der digitalen Signatur im Zusammenhang mit der E-Rechnung ist sehr sinnvoll. Es darf jedoch nicht sein, dass ein Bäcker oder Tischler um den Vorsteuerabzug umfällt, wenn er eine pdf-Rechnung über einen kleinen Betrag ohne digitale Signatur akzeptiert." Bei Kleinbeträgen solle man die Entscheidung, ob die digitale Signatur zur Überprüfung einer Rechnung in der Praxis notwendig ist, den Unternehmen überlassen. Hochhauser:
"Dann wird sich die E-Rechnung schneller als bisher durchsetzen. Und davon profitiert die gesamte Wirtschaft."

Gemäß Erhebungen der WKÖ könnten durch einen verstärkten Einsatz der E-Rechnung jährlich bis zu 600 Millionen Euro eingespart werden. "Gegenüber der Papierrechnung können die Kosten um bis zu 70 % gedrosselt werden", so Hochhauser abschließend. (SR)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Stabsabteilung Presse
Mag. Sabine Radl
Tel.: 0590900/DW 3590
email:sabine.radl@wko.at
http://wko.at/Presse

E-Center
Dr. Gerhard Laga
Tel.: (++43) 0590 900-4203
Fax: (++43) 0590 900-14203
ecenter@wko.at
http://wko.at/ebusiness

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0006