Wirtschaft engagiert sich für Integration

Neues Mentoringprogramm vorgestellt

Wien (PWK092) - "Mentoring für MigrantInnen" ist eine Initiative der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) und des Arbeitsmarktservice (AMS), um die Integration von MigrantInnen in den österreichischen Arbeitsmarkt zu verbessern. Es leben in Österreich rund 1,4 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, die Mobilität und Migration innerhalb Europas - aber auch weltweit - wird weiter steigen. In den letzten 5 Jahren stellt die Zuwanderung aus dem Ausland bereits 95 Prozent des Bevölkerungswachstums in Österreich dar. Gleichzeitig soll damit dem Arbeitskräftebedarf der österreichischen Wirtschaft besser Rechnung getragen werden. Das Programm, das vorerst als Pilotprojekt in Wien anläuft, wurde heute vom stellvertretenden Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich, Reinhold Mitterlehner, dem Geschäftsführer des Integrationsfonds, Alexander Janda und AMS-Vorstand Johannes Kopf in Wien vorgestellt.

Ziel ist es, dass erfahrene Personen des Wirtschaftslebens, die als Mentoren fungieren, ihren Schützlingen, den Mentees, bei der Arbeitssuche behilflich sind.
"Es leben viele Zuwanderer in Österreich, die zwar gut qualifiziert sind, denen aber die nötigen Kontakte und informelle Kenntnisse über den Arbeitsmarkt fehlen", erläuterte Mitterlehner. Durch die Mentoren könnte diese Lücke gefüllt und der Einstieg in das Berufsleben erleichtert werden. Hauptaugenmerk müsse auf einer systematischen und qualitätsorientierten Zuwanderung liegen.

Mentees, Mentoren und Wirtschaft profitieren durch Integrationsinitiative

"Diese Initiative macht deutlich, dass Integration ein Prozess ist, der die Aufnahmegesellschaft und die MigrantInnen gleichermaßen fordert - und dass beide Seiten davon profitieren können", zeigte sich ÖIF - Geschäftsführer Alexander Janda von der gemeinsamen Initiative begeistert.
Die Mentoren stehen den Mentees rund drei Monate zur Seite und erarbeiten gemeinsam Aktivitäten zum Einstieg in den Arbeitsmarkt.Diese können von der Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch bis zur Motivation des Mentees gehen, um ihre Potenziale auszuschöpfen. Als gut vernetzte Akteure des Wirtschaftslebens können die Mentoren wertvolle Hilfestellungen, Ratschläge und Kontakte vermitteln.
"’Mentoring für MigrantInnen’ schafft damit nicht nur für die arbeitsuchenden MigrantInnen eine "Win"-Situation. Auch die Wirtschaft profitiert davon, dass das Arbeitskräftepotenzial der MigrantInnen besser in den Arbeitsmarkt integriert wird, unterstrich Mitterlehner. Zudem könnten die Mentees durch Empfehlung der Mentoren leichter in Unternehmen untergebracht werden.

Aktuelle Arbeitsmarktdaten zeigen, dass Migrant/inn/en weitaus stärker von Arbeitslosigkeit betroffen sind als Österreicher/innen. Während die durchschnittliche Arbeitslosenquote der Österreicher/innen nach nationaler Berechnung im Vorjahr bei 5,9 Prozent lag, so war die Arbeitslosenquote bei Ausländer/innen im Vorjahr mit durchschnittlich 8,8 Prozent deutlich höher. "Die Gründe, warum Migrantinnen und Migranten am heimischen Arbeitsmarkt schwerer Fuß fassen können, liegen nicht nur in zum Teil mangelnden Deutschkenntnissen und geringeren beruflichen Qualifikationen, sondern auch in der Tatsache, dass informelle Netzwerke und spezifische Informationen über die österreichische Wirtschafts- und Arbeitswelt Migrantinnen und Migranten schwerer zugänglich sind. Ohne entsprechende Kontakte haben diese Menschen daher auch schlechtere Startchancen am Arbeitsmarkt. Daher ist dieses Mentorenprojekt ein wichtiger Schritt um den teilnehmenden Migrantinnen und Migranten bei der Integration in den Arbeitsmarkt zu helfen", erklärte Johannes Kopf, Vorstand des Arbeitsmarktservice (AMS) Österreich.

Integration wichtig für steigenden Fachkräftebedarf

Mitterlehner: "Die WKÖ legt großes Augenmerk auf das Thema Migration. Wir diskutieren, nicht nur, wir handeln auch, denn der Fachkräftemangel wird sich weiter zuspitzen. Derzeit wird ein Maßnahmenpaket erarbeitet, das eine gezielte Unterstützung von Personen mit Migrationshintergrund vorsieht, den Integrationsprozess beschleunigt. und die öffentliche Wahrnehmung zum Thema Zuwanderung verbessert. Gleichzeitig ist dies ein Beitrag dazu, dass der Wirtschaft auch in Zukunft gut qualifizierte Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.
Um die Wichtigkeit des Themas Integration zu unterstreichen, wurde Margit Kreuzhuber als Migrationsbeauftragte der Wirtschaftskammer vorgestellt.

"Internationalisierung" der Unternehmen

Die Kompetenzen von Zuwanderern für den Arbeitsmarkt werden zum Teil deutlich unterschätzt. Die österreichischen Unternehmen expandieren stark in den ost- und südosteuropäischen Raum. Der Export wird im Jahr 2008 voraussichtlich um 8 Prozent steigen, gerade für einige Länder Ost- und Südosteuropas liegen die Prognosen sogar noch deutlich darüber (Polen +16 Prozent, Slowakei + 15 Prozent).

Gleichzeitig stammen viele in Österreich lebende Zuwanderer gerade aus diesen für den österreichische Export bedeutsamen Regionen. In Wien weisen bis zu 1/3 der Wohnbevölkerung direkten oder indirekten ost- oder südosteuropäischen Migrationshintergrund auf.

Insbesondere für international agierende Unternehmen sind Fremdsprachenkenntnisse, Auslandserfahrung, Mobilität etc wichtige Kriterien bei der Besetzung von offenen Stellen. Da Zuwanderer meist einige dieser Voraussetzungen aufweisen, können sie einen wertvollen Beitrag zur Unternehmensentwicklung liefern.

Wer nimmt am Programm teil?

Die Wirtschaftskammer nimmt mit den potenziellen Mentoren, erfolgreiche, gut vernetzte Akteure des Wirtschaftslebens, Kontakt auf.
Als Mentees kommen Personen mit Migrationshintergrund in Frage, die zumindest über einen Lehrabschluss verfügen.
Die jeweiligen Paare werden vom Österreichischen Integrationsfonds zusammengeführt.
Der Bewerbungsprozess läuft im Februar, im März startet das Programm. Erste Ergebnisse werden im Juni präsentiert. (Ne)

Fotos sind unter www.wko.at herunterzuladen.

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Stabsabteilung Presse
Mag. Irmgard Poschacher
Tel.: (++43) 0590 900-4786

Arbeitsmarktservice Österreich
Dr. Beate Sprenger
Tel.: 01/33178-522

Österreichischer Integrationsfonds
Mag. Ursula Schallaböck
Tel. 01/7101203-134

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