ÖGB-Achitz: Zugang zu Invaliditätspension nicht weiter erschweren

Sinkende Lebenserwartung belegt, dass Zuerkennungen zurecht erfolgen

Wien (ÖGB) - "Die Zahl der Invaliditäts- und BerufsunfähigkeitspensionistInnen muss weiter sinken. Allerdings nicht durch eine Verschärfung der Zugangsvoraussetzungen, sondern dadurch, dass die ArbeitnehmerInnen gesund bleiben und bis zum gesetzlichen Pensionsantrittsalter arbeiten können", so Bernhard Achitz, Leitender Sekretär im ÖGB, anlässlich der Enquete "Invalidität im Wandel" in Krems. Der Zugang zur Invaliditätspension dürfe nicht weiter erschwert werden. Die Entwicklung der gesundheitsbedingten Neuzuerkennungen ist in Österreich rückläufig. Von 2000 bis 2006 ist die Zahl der vorzeitigen Alterspensionen aus Krankheitsgründen um mehr als 20.000 zurückgegangen, wie eine Studie der AK belegt.=

Dass die BezieherInnen der Invaliditätspension wirklich krank sind und nicht, wie ihnen gerne vorgeworfen wird, nur "tachinieren", belegt eine aktuelle WIFO-Studie: "Demnach sterben Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspensionisten um bis zu zehn Jahre früher als ‚normale’ AlterspensionistInnen", erklärt Achitz.

Männer in Invaliditätspension: Lebenserwartung um zwei Jahre gesunken

Die Studie zeigt, dass Menschen mit Invaliditätspensionen bzw. Berufsunfähigkeitspensionen um rund zehn (Männer) bzw. sieben (Frauen) Jahre früher sterben als jene mit Alterspensionen. Generell ist die Lebenserwartung in den vergangenen Jahrzehnten angestiegen. Anders entwickelte sich die Lebenserwartung bei den Invaliditätspensionisten bzw. Berufsunfähigkeitspensionisten. Während weibliche Invaliditätspensionistinnen bzw. Berufsunfähigkeitspensionistinnen im Jahr 1975 im Schnitt mit 74,5 Jahren verstarben, betrug deren durchschnittliches Sterbealter im Jahr 2005 75,2 Jahre. Das durchschnittliche Sterbealter der weiblichen Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspensionistinnen erhöhte sich somit in den vergangenen 30 Jahren um weniger als ein Jahr. Männliche Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspensionisten starben 1975 mit 70,7 Jahren, im Jahr 2005 mit 68,7 Jahren. Achitz:
"Bei dieser Personengruppe hat die Lebenserwartung sogar um zwei Jahre abgenommen."

Arbeitsfähigkeit erhalten

Der ÖGB unterstützt das Ziel, die Zahl der vorzeitigen Pensionsantritte zu reduzieren - durch Erhaltung der Arbeitsfähigkeit. "Wir brauchen ein eigenes Präventionsgesetz, das dem betrieblichen ArbeitnehmerInnenschutz und der Gesundheitsförderung einen weitaus höheren Stellenwert als derzeit gibt", so Achitz. Krankenhäuser und REHA-Einrichtungen sollen zunehmend auch Gesundheitsförderungseinrichtungen werden. Weiters müsse die Prävention gegen Mobbing, sexuelle Belästigung und Stress gesetzlich verankert werden.(fk)

ÖGB, 6. Februar 2008 Nr. 57

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