Bayr: FGM-Untersuchungen in den Mutter-Kind-Pass aufnehmen

Prammer: LehrerInnen und KindergärtnerInnen sensibilisieren und Hilfestellung geben

Wien (SK) - Anlässlich des morgigen internationalen Tages gegen
FGM (Weibliche Genitalverstümmelung) lud die österreichische Plattform gegen weibliche Genitalverstümmelung - stopFGM - lädt zu einer Pressekonferenz mit der Plattformsprecherin SPÖ-Abgeordnete Petra Bayr, der SPÖ-Frauenvorsitzenden Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, der Wiener Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl und dem Vorstand der Univ. Klinik f. Kinder- u. Jugendheilkunde im AKH, Arnold Pollak. Das Motto lautete:
"KindergärtnerInnen, LehrerInnen und ÄrztInnen als wichtige Verbündete im Kampf gegen die Menschenrechtsverletzung FGM". Hier sollte spezifische Sensibilisierung, Aus- und Fortbildung stattfinden. Gefordert wurde einhellig, dass FGM in den Katalog der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen aufgenommen werden soll. ****

Jährlich werden rund 2 Millionen Mädchen genital verstümmelt. Mehr als 155 Millionen Frauen leiden ihr Leben lang an den Folgen dieses grausamen Rituals. Bayr wies darauf hin, dass vor fünf Jahren die Konferenz des Inter African Commitee stattfand mit dem Ziel, das Schweigen über FGM zu brechen. Der 6. Februar wurde daraufhin vom Inter African Committee als "International Day of Zero Tolerance to FGM" ausgerufen.

"FGM ist nicht nur eine schwere Menschenrechtsverletzung, sondern auch eine körperliche und seelische Verstümmelung", betonte Bayr. Diese Verstümmelung beruht nicht auf religiöse Hintergründe, sondern fußt allein auf der Tradition. Betroffen sind Länder in Afrika, Teile Asiens, aber auch Europa und sogar Österreich. Ein Nachholbedarf besteht in Österreich etwa im medizinischen Bereich - das Wissen über die speziellen Auswirkungen von FGM und den Umgang damit ist noch nicht optimal. Erfreut äußerte sich Bayr darüber, dass Gesundheitsministerin Kdolsky ihre Unterstützung dafür zugesagt habe, dass FGM künftig in den Mutter-Kind-Pass aufgenommen wird.

Prammer: FGM gibt es auch in Österreich

Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, die auch Goodwill-Botschafterin des International African Commitee zur EU ist, machte darauf aufmerksam, dass eine Untersuchung ergeben habe, dass es weibliche Genitalverstümmelung auch in Österreich gibt. Es sei notwendig, für das jeweilige Land die richtige Maßnahme zu finden. Positiv äußerte sich Prammer über die Planung eines Netzwerks, in dem viele EU-Staaten mitarbeiten. "Das stellt eine neue Qualität der Zusammenarbeit auf breiter Schiene dar."

Prammer wies auch darauf hin, dass es nicht genüge, über FGM Bescheid zu wissen, man müsse auch darüber reden. Das betrifft etwa religiöse Führer. Prammer betonte die Wichtigkeit, auch für LehrerInnen und KindergärtnerInnen Zugang zu dem Thema zu finden, da nur nach entsprechender Sensibilisierung auch entsprechend Beistand gegeben werden kann.

Brandsteidl betonte, dass LehrerInnen auch Vertrauens- und Beratungspersonen für ihre SchülerInnen sind. "Es gibt viele Kinder, die sich an LehrerInnen als Ansprechpartner wenden wollen." Hier gelte es, geeignet reagieren zu können. Der rechtliche und emotionale Handlungsspielraum ist den LehrerInnen näher zu bringen.

Pollak betonte die Notwendigkeit für Sensibilisierung in der Ärzteschaft. Im AKH werde zurzeit Aufklärung und Fortbildung begonnen, auch für das Pflegepersonal. Pollak wandte aber auch ein, dass viele der betroffenen Frauen oft gar nicht zu den Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen kommen würden, sondern lediglich zur Geburt ins Spital kommen.

Die Plattform stopFGM plant die Herausgabe eines Infofolders in fünf Sprachen, der sich vor allem an Eltern richtet. Mehr Infos unter www.stopFGM.net. (Schluss) up

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