ÖAMTC: Bei fünf Prozent aller Unfälle mit Personenschaden wird Fahrerflucht begangen

Fußgänger sind besonders oft unter den Opfern. Wien führt Statistik an.

Wien (OTS) - Frau auf Fußgängerübergang angefahren, Fahrer geflüchtet. "Delikte wie dieses sind leider keine Seltenheit und oft sind Fußgänger die Opfer von fahrerflüchtigen Lenkern", sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa. Nach den vorläufigen Unfallzahlen (Jänner bis November 2007) wurden bei 1.755 Unfällen mit Fahrerflucht 2.023 Personen verletzt, vier davon tödlich. Bei rund einem Viertel der Fahrerflucht-Unfälle waren Fußgänger involviert. In den vergangen vier Jahren waren beinahe die Hälfte der Getöteten bei Fahrerflucht-Unfällen Fußgänger. Laut vorläufiger Unfallstatistik 2007 (Jänner bis November) gab es die meisten fahrerflüchtigen Lenker bei Unfällen mit Personenschaden in Wien (330), gefolgt von Oberösterreich (303), Steiermark (297), Niederösterreich (257), Kärnten (176), Salzburg (171), Tirol (145), Vorarlberg (58) und Burgenland (18).

Fahrerflucht ist ein schwerwiegendes Delikt und kann unterschiedliche Motive haben. Ein Unfall stellt für die meisten Betroffenen eine Stresssituation dar. Manche Lenker geraten in Panik und treten die Flucht an. Andere wiederum fürchten die Konsequenzen und wollen sich einfach vor der Verantwortung drücken. "Die Angst vor Bestrafung und Führerscheinverlust kann zu Panik- und Kurzschlussreaktionen führen und das Opfer wird hilflos zurückgelassen", so die ÖAMTC-Expertin. Bei rund 10 Prozent der nach einem Unfall ausgeforschten fahrerflüchtigen Lenker ist Alkohol im Spiel. Donosa: "Manche der Lenker sind derart alkoholisiert, dass sie oft gar nicht realisieren, was genau passiert ist."

Konsequenzen von Verwaltungsstrafe bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe

"Unfallflüchtige haben mit rechtlichen Folgen zu rechnen, vorausgesetzt man kann sie ausfindig machen", sagt ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner. Als "fahrerflüchtig" gilt, wer als Fahrzeuglenker einen Unfall verursacht hat und sich vom Unfallort entfernt. Neben einer Verwaltungsstrafe drohen - etwa wenn man eine durch den Unfall verletzte Person im Stich lässt - bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe. Außerdem kann in diesem Fall die Haftpflichtversicherung das an den Geschädigten ausbezahlte Geld vom fahrerflüchtigen Lenker zurückfordern. Auch die Rechtsschutzversicherung und die Kaskoversicherung können ihre Leistung verweigern.

Für das Unfallopfer gilt: Sachschäden werden bei Unfällen mit Fahrerflucht zumindest dann ersetzt, wenn Personen schwer verletzt oder gar getötet worden sind. "Den Selbstbehalt in der Höhe von 220 Euro muss das Unfallopfer selbst tragen. Das ist absolut ungerechtfertigt", kritisiert die ÖAMTC-Juristin. Bei Parkschäden bleibt man weiter auf den Kosten sitzen, wenn der Verursacher das Weite gesucht hat. "Gerade bei solchen Schäden steht immer wieder ein möglicher Versicherungsbetrug im Raum. Deshalb werden diese Schäden nach wie vor nicht bezahlt", so die Clubjuristin abschließend.

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