Waldverbände helfen bei Bewältigung der Sturmkatastrophe

Rosenstatter: Unterstützung bei Aufarbeitung und Vermarktung des Holzes

Wien (AIZ) - "Der Orkan 'Paula' hat in Österreich schwere Schäden im Wald hinterlassen, das Schadensausmaß wird derzeit mit rund 6,2 Mio. Festmeter beziffert. Die Schäden konzentrieren sich mit rund 5,5 Mio. Festmetern auf die Steiermark und Kärnten. Besonders stark betroffen oder sogar existenziell gefährdet sind jene Waldbesitzer, die eine mehrjährige Nutzungsmenge am Boden liegen haben oder deren gesamter Waldbestand dem Orkan zum Opfer gefallen ist. Die Waldverbände stehen allen Forstbesitzern bei der Organisation der Sturmholzaufarbeitung und Vermarktung des Holzes zur Verfügung." Dies stellte heute Rudolf Rosenstatter, Obmann des Waldverbandes Österreich, beim Forsttag im Rahmen der Wintertagung des Ökosozialen Forums in Wien fest.

Waldverbände pflegen Solidarität

Die Waldverbände organisieren mit ihren Bauern-Akkordanten und Unternehmern den Maschineneinsatz sowie die Holzernte und übernehmen auch die Vermarktung des Holzes. "Die zeitgerechte Aufarbeitung der Sturmschäden ist auch zur Vermeidung von Folgeschäden durch Borkenkäfer wichtig. Dabei sind vordringlich Einzel- und Nesterwürfe aufzuarbeiten. Bei großflächigeren Schäden soll die Aufarbeitung nur in jener Geschwindigkeit erfolgen, die durch den Holzfluss zu den Abnehmern oder in Nasslager gewährleistet werden kann. Nur so kann eine Entwertung des Holzes vermieden werden", erläuterte Rosenstatter. Die Holzernte sei bei Windwürfen besonders gefährlich und sollte hier ausschließlich durch Profis erfolgen. "Ich appelliere daher insbesondere an jene Waldbesitzer, die nicht in der Holzernte geübt sind, sich den Waldverbänden anzuvertrauen. Die Gesundheit ist das höchste Gut, das nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden sollte", betonte der Obmann.

Holzmarkt rasch stabilisieren

Der heimische Rundholzmarkt sei derzeit nur eingeschränkt aufnahmefähig. Das durch den Sturm angefallene Sägerundholz entspreche lediglich einem Dreimonats-Bedarf der österreichischen Sägeindustrie und werde verteilt über das ganze Jahr auf den Markt kommen. Ziel sei es, mindestens 1 Mio. Festmeter Sägeholz in sogenannten Nasslagern zu konservieren, und bei wieder steigendem Bedarf der Sägeindustrie auszuliefern.

"Um die Auswirkungen auf den Holzmarkt möglichst gering zu halten, haben die Waldverbände bereits ihre Mitglieder aufgerufen, den Frischholzeinschlag einzustellen. In Absprache mit den Abnehmern werden die bestehenden Verträge nach Möglichkeit auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Die Waldverbände werden in enger Kooperation versuchen, die sehr regional angefallenen Holzmengen überregional -auch in Nachbarländern - zu verteilen. Wenn die Sägeindustrie ihrerseits die Importe heuer drastisch reduziert, sollte der Windwurf bis zum Jahresende vollständig bewältigt sein", zeigte sich Rosenstatter überzeugt.
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