Weinzinger: Asyl für alle von Genitalverstümmelung bedrohten Frauen

Endlich den Ausbau von qualitativ hochwertigen Beratungsstellen vorantreiben

Wien (OTS) - "Frauen, die vor einer drohenden Genitalverstümmelung flüchten, müssen in Österreich Aufnahme finden. Es handelt sich hier eindeutig um eine geschlechtsspezifische Verfolgung", so Brigid Weinzinger, Frauensprecherin der Grünen. Bisher hätten ihren Informationen zu Folge in den letzten 15 Jahren nicht einmal eine Hand voll betroffene Frauen Asyl erhalten und zwar aus 'humanitären Gründen', worauf kein Rechtsanspruch bestehe. "Von Genitalverstümmelung bedrohte und gefährdete Frauen haben bisher kein Recht auf Asyl in Österreich, auch wenn sie nachweisen können, dass sie akut bedroht sind. Sie sind von einem Gnadenakt abhängig. Eine Novelle des Fremdrechtsgesetzes muss daher rasch umgesetzt werden", fordert Weinzinger.

Im Asylverfahren müsse überdies das Recht verankert werden, nur von weiblichen Beamtinnen einvernommen zu werden. "Genitalverstümmelung ist ein schwerwiegender Eingriff in die körperliche und sexuelle Integrität von Frauen. Daher muss im Asylverfahren sichergestellt werden, dass Frauen darüber sprechen können", so Weinzinger.

Einer Studie der afrikanischen Frauenorganisation zu Folge sind in Österreich rund 8.000 Frauen und Mädchen genitalverstümmelt. "Anstelle von Lippenbekenntnissen, sollte endlich der Ausbau von qualitativ hochwertige Beratungsstellen vorangetrieben werden. Außerdem bedarf es eines sehr guten medizinischen Angebots für die Opfer von Genitalverstümmelung", schließt Weinzinger.

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