Bures: Genitalverstümmelung ist massive Menschenrechtsverletzung und darf nicht toleriert werden

Wien (OTS) - "Weibliche Genitalverstümmelung ist Ausdruck einer traditionellen Diskriminierung von Frauen und eine der grausamsten Formen der Gewalt gegen Frauen, der weltweit der Kampf angesagt werden muss", erklärt Frauenministerin Doris Bures zum morgigen Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM).

"Keinerlei kulturelle, religiöse oder gesundheitliche Vorwände können als Rechtfertigung für weibliche Genitalverstümmelung akzeptiert werden. Sie dient einzig und allein dem Zweck, die Frauen zu kontrollieren, sie in ihrer Freiheit einzuschränken und stellt eine massive Menschenrechtsverletzung dar", so Bures, die darauf hinweist, dass die Praxis der Genitalverstümmelung in vielen Ländern tief in der Gesellschaft und den Traditionen, teilweise schon Jahrhunderte lang, verwurzelt ist. Nach Schätzungen sind weltweit jährlich 135 Millionen Frauen von FGM betroffen. Am weitesten verbreitet ist FGM in den afrikanischen Ländern und in den Ländern des Nahen Osten.

Bures betont, dass die von FGM Betroffenen ihr Leben lang unter massiven gesundheitlichen und psychischen Problemen zu leiden hätten und es ihnen schwer falle, über die erlittenen Schmerzen und Verletzungen zu sprechen, weil sie den persönlichen Intimbereich betreffen. "Wie bei der Gewalt gegen Frauen im Allgemeinen ist es auch bei traditionsbedingter Gewalt besonders wichtig, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und mit aller Deutlichkeit auf das Unrecht hinzuweisen", so Bures.

Im Jahr 2007 hat die Frauenministerin aus ihrem Budget 14 Projekte und Vereine mit knapp 280.000 Euro gefördert, die auch von FGM Betroffenen Beratung und Unterstützung anbieten und Sensibilisierungsmaßnahmen durchführen. Eine dieser Sensibilisierungsmaßnahmen ist der Film "Cutting Silence" der internationalen Filmemacherin Reina-Marie Loader, der im Februar beim "Pan African Film and Arts Festival" in Los Angeles gezeigt wird und damit auch auf einer internationalen Bühne auf das Problem FGM aufmerksam macht. Andere Projekte bieten Migrantinnen und von FGM Betroffenen zum Beispiel juristische Beratung sowie Aktionen zur Gesundheitsvorsorge und -förderung.

In Österreich gilt die Durchführung weiblicher Genitalverstümmelung als Körperverletzung und ist in der Regel als absichtliche Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen strafbar. Strafbar machen sich nicht nur Ärzte oder Ärztinnen, die den Eingriff durchführen (schwerwiegender Verstoß gegen die im Ärztegesetz normierten ärztlichen Berufspflichten), sondern auch Eltern, die FGM an ihrer Tochter vornehmen lassen. Die Tat ist auch bei Begehung im Ausland strafbar (also etwa auch während eines Heimurlaubs), wenn die Eltern diejenige Person, die die Genitalverstümmelung letztlich vornimmt, von Österreich aus dazu bestimmen oder einen sonstigen Tatbeitrag dazu leisten.

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