Molzer: Autobus-Fachverband erreicht politischen Durchbruch in Brüssel

EU-Vizepräsident Barrot unterstützt Änderung der Lenk- und Ruhezeiten zur Wiedereinführung der 12-Tage Regelung - Mangelnde Flexibilität bringt hohe Verluste

Brüssel/Wien (PWK086) - EU-Vizepräsident und Verkehrskommissar Jacques Barrot sichert den europäischen Busverbänden in der Frage der Lenk- und Ruhezeiten seine Unterstützung zu. Dies ist das Ergebnis eines mehrstündigen Gesprächs zwischen dem Fachverband der Autobusunternehmungen in der WKÖ, der International Road Union (IRU) und dem Verkehrkommissar. Barrot erklärte, die europäischen Busverbände bei einer erneuten Novellierung zu unterstützen.

"Wir konnten unsere Forderung nach einer Wiederherstellung der 12-Tage-Regel überzeugend darstellen," zieht Karl Molzer, Obmann des Fachverbandes der Autobusunternehmer, zufrieden Bilanz über das Gespräch. Barrot habe klar signalisiert, dass die EU-Kommission das Anliegen des europäischen Busgewerbes unterstütze und bereits am 7. April 2008 beim EU-Verkehrsministerrat die Wiedereinführung der 12-Tage-Regelung zur Diskussion stelle, so Molzer zum entscheidenden politischen Durchbruch.

Der EU-weite Wegfall der 12-Tage Regelung im April 2007 gilt, neben der Lkw-Maut für Busse, als größte Behinderung der Busunternehmer. Nunmehr muss der Lenker einen kompletten Ruhetag spätestens nach 6x24 Stunden einlegen, ohne Rücksicht auf das Reiseprogramm. "Die Organisation der beliebten 12-Tages-Urlaubsfahrten ist damit für kleine und mittlere Busunternehmen nahezu unmöglich gemacht worden", so Molzer nach dem Gespräch zwischen dem EU-Kommissar, seinem Kabinettchef Benoît Le Bret, dem Fachverband sowie ausgewählten Vertretern der IRU. Die neuen Sozialvorschriften führen zu teilweise dramatischen Auswirkungen in der Praxis. Die mangelnde Flexibilität bei den Lenkzeit bewirke zu hohen Umsatzverluste der Busunternehmer, des Hotel- und Gaststättengewerbes und führt zu einem geringeren Einkommen für das Fahrpersonal.

Diese Auswirkungen sind auch Inhalt einer IRU-Petition, die von 20.000 europäischen Busunternehmern und Fahrern unterzeichnet wurde und ebenfalls letzte Woche an Kommissar Barrot übergeben wurde. Bereits zwei Tage zuvor wurden diese dem Vorsitzenden des Verkehrsausschusses des Europäischen Parlamentes, Paolo Costa, überreicht, gibt Molzer Einblick in die Strategie gegenüber den politischen Entscheidungsträgern auf EU-Ebene. "Jetzt müssen wir noch die österreichische Bundesregierung mit unseren Argumenten überzeugen", hält der Vertreter der Buswirtschaft abschließend fest.

Die mehr als 1.300 österreichischen Busunternehmer betreiben eine Flotte von über 9.000 Bussen. Mit diesen werden im Reiseverkehr jährlich mehr als eine Million Gäste befördert sowie im öffentlichen Personennah- und Regionalverkehr auf der Straße mehr als die Hälfte aller 1,1 Milliarden Beförderungsfälle garantiert. Mit mehr als 15.000 direkt Beschäftigten erwirtschaften diese Unternehmen einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro und investieren jährlich rund 225 Millionen Euro in ihren Fuhrpark. Der Bus ist mit 15g/CO² pro Passagier/pro km das mit Abstand sauberste Straßenverkehrsmittel. Die geringen Schadstoffemissionen und die ständige Reduzierung der Geräuschemissionen unterstreichen den hohen ökologischen und ökonomischen Vorteil des Omnibusses gegenüber dem Individualverkehr. (hp)

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