Teuerung: Armutskonferenz erfreut über "Wettkampf gegen Armut statt gegen Arme"

Einmalzahlungen und Gebührenstopps nur dann sinvoll, wenn mit strukturellen Massnahmen gekoppelt

Wien (OTS) - "Den aktuellen Wettkampf gegen die Armut statt wie so oft gegen die Armen", begrüßt die Armutskonferenz angesichts der schwierigen Lebenssituation Betroffener. Die Diskussion zeigt, dass "nachhaltige Massnahmen zur Armutsbekämpfung nicht nur Sache eines Ressorts sind sondern vieler: von Wirtschaft über Arbeit, von Gesundheit bis Bildung, von Justiz zu Finanz".

"Einmalzahlungen und Gebührenstopps sind nur dann sinvoll, wenn sie mit strukturellen Massnahmen gekoppelt werden.", betont das Anti-Armutsnetzwerk. Die Sozialleistungen werden seit Jahren nicht mehr der Teuerung angepasst. "Sollten sie aber.", analysiert die Armutskonferenz. "Der durchschnittliche Lohnersatz bei Arbeitslosengeld und Notstandshilfe ist real seit 2000 um 3,6% gesunken. Die durchschnittliche Höhe der Notstandshilfe ist um 4,3% gesunken, die des Arbeitslosengeldes um 2,9%. Ähnlich bei der Sozialhilfe oder dem Pflegegeld.", so die Armutskonferenz.

"Auch der soziale Wohnbau braucht wieder einen Anschub.
Mieten müssen für geringe Einkommen wieder leistbar werden. Da wurde in den letzten Jahren nicht ausreichend investiert.

Und bei working poor und Haushalten mit prekären Jobs gebe es die Möglichkeit mit Steuergutschriften zu helfen.

Gleichzeitig muß in den Austausch von ernergiefressenden und für die Betroffenen teuren Heizöfen investiert werden. Die Generalsanierung von Gemeindebauten kann allen nutzen. Durch die Wärmedämmung konnten 40% an Energiekosten eingespart werden. Und die Wohnbauförderung muß sowohl für einkommensschwache Haushalte zum Umrüsten auf nachhaltige Heizformen wie auch in noch intensivere Wohnraumsanierung eingesetzt werden können."

Zukunftsausgaben beschnitten

"Am Ende des Geldes ist zu viel Monat übrig. Die Teuerung besonders bei Wohnen und Energie frißt die Einkommen auf. Bei Haushalten, die weniger als 900 Euro im Monat zur Verfügung haben, steigt der Anteil von Wohnen und Energie auf 36%. Je weinger Einkommen, desto höher wird dieser Anteil. In Armutshaushalten werden besonders bei länger andauernden Einkommenseinbußen anteilige Ausgaben für Bildung und Kultur zugunsten der Ausgaben für Ernährung und Wohnung/Ernergie verringert. Es gibt keine Rücklagen auf die man im Notfall zurückgreifen kann, das Monatseinkommen ist für das existentiell notwendigste aufgebraucht. Da bleibt dann nichts mehr übrig für die sogenanntem Zukunftsausgaben wie Bildung. Übrig bleibt aber auch nichts für unerwartete Kosten wie kaputter Boiler, Waschmaschine etc. Und der Schulanfang mit Heften, Stiften und Zirkeln wird - wenn man mehrere Kinder hat - ein finanzielles Problem", so das österr. Anti-Armutsnetzwerk abschließend.

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