Plassnik: "Weibliche Genitalverstümmelung nicht durch Tradition rechtfertigen"

Außenministerin zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung

Wien (OTS) - "Weibliche Genitalverstümmelung ist eine der grausamsten Formen der Missachtung der Würde der Frau und der Verletzung ihrer Rechte. Sie ist rein traditionell bedingt und in keiner Religion verankert", so Außenministerin Ursula Plassnik aus Anlass des Internationalen Tages gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar, der von afrikanischen Nichtregierungsorganisationen ins Leben gerufen wurde. Schätzungen zufolge werden noch immer jeden Tag etwa 6000 Mädchen Opfer von Genitalverstümmelungen. In vielen Ländern ist diese menschenverachtende Praxis bereits verboten, allerdings werden die entsprechenden Gesetze nur mangelhaft bis gar nicht umgesetzt.

"Diese Form der Gewalt ist am effektivsten mit Bewusstseinsbildung und Umdenken zu begegnen. Dieser Prozess kann nur von den betroffenen Gesellschaften ausgehen. An uns liegt es, entsprechende Impulse bestmöglich zu unterstützen. Gemeinsam müssen wir die Beendigung dieser grausamen Praxis erreichen", so Plassnik, die fortfuhr: "Im Rahmen der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit unterstützen wir das Genderbüro der Afrikanischen Union, das überregionale Initiativen setzt und die Gesetzgebung in den Mitgliedsstaaten in diesem Bereich vorantreibt sowie ein UNICEF Projekt zur Beendigung von weiblicher Genitalverstümmelung in Burkina Faso".

Die gemeinsame EU-Afrika Strategie vom Dezember 2007 verankere das Prinzip der Gleichstellung von Frauen und Männern und schreibe ausdrücklich die Bekämpfung von weiblicher Genitalverstümmelung und anderer Formen von Gewalt gegen Frauen fest: "Das sind ermutigende Schritte in die richtige Richtung. Aber ein langer Weg liegt noch vor uns: Unser Ziel ist eine Welt, in der weibliche Genitalverstümmelung einfach nicht mehr vorkommt. Auch der Ausdruck "traditionsbedingte" Gewalt ist als solche verharmlosend: Tradition darf im 21. Jahrhundert nirgends mehr als Rechtfertigung für Gewalt gegen Frauen dienen!" betonte Plassnik abschließend.

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