AKNÖ-Staudinger warnt: 60 % mehr Krankenstandstage durch psychische Krankheiten

Dienstleistungsgesellschaft fordert ihren Tribut: bei Frauen bereits häufigste Krankheit

Wien (AKNÖ) - Von 1996 bis 2006 stiegen die Krankenstandstage durch psychische Erkrankungen um 60 Prozent von 1,0 auf 1,6 Millionen an. AKNÖ-Präsident Staudinger: "Das ist ein Alarmzeichen. Die ständige Ausweitung von Öffnungszeiten, die immer weitere Flexibilisierung von Arbeitszeiten und der aufgeweichte Rhythmus von Arbeits- und Erholungszeit fordern offenbar ihren Tribut." Psychische Belastungen sind bei Berufsunfähigkeitspensionen von Frauen bereits Krankheitsursache Nr. 1.

Die Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft bringt nicht nur Freude den Konsumenten, sie führt zur Erschöpfung der meist weiblichen Beschäftigten. AKNÖ-Gesundheitsexperte Dr. Bernhard Rupp, MBA:
"Während ein klassischer Arbeitsunfall eine Krankenstandsdauer von 18,8 Tagen nach sich zieht, dauert ein Krankenstand auf Grund einer psychischen Überbelastung wie zum Buspiel Burn-out durchschnittlich 29,4 Tage."

Grenze der Belastbarkeit erreicht Ob Pflege-, Erziehungs- oder Dienstleistungsberufe: In den Berufen mit einem besonders hohen Frauenanteil steht die Arbeit mit oder am Menschen im Vordergrund. Bernhard Rupp: "Die Arbeit aus der Familie setzt sich nahtlos im Beruf fort. Und das in vielen Branchen mit 6-oder 7-Tage-Woche oder in Betrieben mit überlangen oder sogar Rund-um-die-Uhr-Öffnungszeiten. Die explodierenden Krankenstandstage aus psychischer Überlastung zeigen, dass die Grenze der Belastbarkeit erreicht ist." Die besonders langen Krankenstände führen immer öfter in die Berufsunfähigkeitspension mit erheblichen Verlusten bei der Pensionshöhe.

AKNÖ fordert Gesundheitsförderungsgesetz und Kooperation mit Arbeitsmedizin Die Niederösterreichische Arbeiterkammer fordert auf Grund dieser alarmierenden Zahlen äußerste Zurückhaltung bei der weiteren Flexibilisierung der Arbeitszeiten, und eine bessere Verbindung zwischen Allgemein- und Arbeitsmedizinern. Die AKNÖ begrüßt daher die Initiative von Sozialministerium an der FH Krems, die sich heute, Dienstag und morgen unter Beteiligung der AKNÖ-Experten auf einer Enquete mit dem Thema "Invalidität im Wandel" beschäftigt.

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