"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Steuerreform statt Almosen" (Von ALOIS VAHRNER)

Ausgabe vom 5. Feber 2008

Wien (OTS) - Die Preise sind außer Rand und Band, eine Inflationsrate von 3,6 Prozent hatte Österreich seit über 14 Jahren nicht mehr. Die Preislawine trifft alle, besonders aber Bezieher kleiner Löhne oder Pensionen sowie Familien mit Kindern. Denn die offizielle Inflationsrate sagt ja nur die halbe Wahrheit: Wer jedes Monat finanziell nur knapp das Auslangen findet, kann sich nur das Nötigste leisten. Und genau die Preise für diese Dinge des täglichen Lebens sind am meisten explodiert: für Lebensmittel, Energie und Wohnen mit Steigerungen von 5 bis 25 Prozent.

Die Politik sah dem Treiben zunächst teilnahms- und ratlos zu: Und jetzt wird voraussichtlich tief in die Populismuskiste gegriffen. Der Sozial-Hunderter, den etwa die SPÖ für 1,2 Mio. Haushalte aus dem Hut zaubern möchte, ist nicht viel mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Und auch die VP-Idee für einen Gebührenstopp kommt reichlich spät.

Denn ein gar nicht so kleiner Teil der jüngsten Rekord-Inflation war und ist hausgemacht: So kassiert etwa der Finanzminister vom extrem hohen Spritpreis weit mehr als die ach so bösen Ölmultis. Die Mineralölsteuer wurde noch weiter saftig erhöht, die immer höhere Beimischung von Biosprit heizt die Lebensmittelpreise weiter an. Auch beim Strom langt der Staat kräftig zu. Zudem geht ein Zehntel aller Ausgaben nur für öffentliche Tarife und Gebühren (Wasser, Kanal usw.) drauf.

Der Sozial-Hunderter würde ganze 120 Mio. Euro bringen. Statt solchen Almosen sollte endlich die Steuerreform mit versprochenen 3 Mrd. Euro her - schon 2009 und nicht erst im Wahljahr 2010.

Rückfragen & Kontakt:

Tiroler Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 05 04 03 DW 610

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PTT0001