Neues Volksblatt: "Zuckerlpolitik" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 5. Februar 2008

Linz (OTS) - Der ausgewiesene Wirtschaftsexperte Alfred Gusenbauer hat gestern den anderen Wirtschaftsexperten die lange Nase gezeigt:
"Alle vermeintlichen Argumente" gegen eine Einmalzahlung wies er als "nicht stichhaltig" zurück. Punkt. Aber so ist er, der Kanzler: Er weiß, wo es langgeht, und über die Argumente der anderen fahren wir mit dem Schwamm drüber.
Dass Nationalbank-Gouverneur Klaus Liebscher eine Einmalzahlung aus mehreren Gründen für schlecht hält - nicht stichhaltig. Dass Wifo-Chef Karl Aiginger vor Transfer-Geschenken warnte - nicht stichhaltig. Da hält sich Gusenbauer lieber an Wirtschaftsexperten wie Rudolf Hundstorfer, Erwin Buchinger oder Josef Kalina. Natürlich will die SPÖ ihren Koalitionspartner ÖVP mit dessen angedeuteter Ablehnung einer Einmalzahlung ins unsoziale Eck stellen. Für jemanden, der ein Problem ernsthaft angehen will, ist bloße Demagogie aber ein bisschen wenig. Diese Art von Zuckerlpolitik ist zwar typisch sozialistisch, unter dem Strich ist sie aber weder sozial noch gerecht. Der Großteil des Geldes würde direkt in den Konsum wandern, und wenn dieses Zuckerl gelutscht ist, fängt alles von vorne an.

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