vida zu 24-Stunden-Betreuung: Keine Ausweitung auf medizinische Tätigkeiten

Steinkellner: "In wenigen Tagen von der Einkaufshilfe zum Arzt-Ersatz ernannt?"

Wien (vida/ÖGB) - Der heute von Gesundheitsminister Kdolsky und Wirtschaftsminister Bartenstein präsentierten Ausweitung der Aufgaben der 24-Stunden-BetreuerInnen auf medizinische und pflegerische Tätigkeiten erteilt die zuständige Gewerkschaft vida eine klare Absage. "Vom Einkauf bis zum Arzt-Ersatz sollen die BetreuerInnen alles erledigen. Und das zu Dumpingpreisen und ohne entsprechende Ausbildung. Geht dann was schief, stehen sie mit der Verantwortung allein da", kritisiert der stellvertretende vida-Vorsitzende Willibald Steinkellner.++++

"Niemand kommt auf die Idee, dass die Reinigungskraft im Haushalt auch den Gaskonvektor zu warten hat. Und das ist gut so. Will man vermeiden, dass die Zahl der Gasexplosionen sprunghaft ansteigt, ist es sinnvoll, ausgebildete Fachkräfte die Wartung vornehmen zu lassen", sagt Steinkellner. Es sei nicht einzusehen, weshalb im Betreuungsbereich - wo es ebenfalls um das Leben der KlientInnen gehe - alle Qualitätskriterien außer Kraft gesetzt würden und nun bis zum Setzen von Injektionen alles zulässig sein solle. "Die 24-Stunden-BetreuerInnen haben nicht die Ausbildung, um medizinische Tätigkeiten fachgerecht auszuführen", so Steinkellner.

Die Ausweitung der Kompetenzen ziehe mittelfristig eine Absenkung der Qualität nach. "Von den PflegehelferInnen bis zum diplomierten Personal werden sich alle fragen, wozu sie eine Ausbildung absolvieren, wenn ihre Tätigkeiten dann auch von Hilfskräften, die bestenfalls schnell angelernt werden, erbracht werden können", warnt Steinkellner.

Mit einer derartigen Kompetenzausweitung sei weder den BetreuerInnen geholfen, noch den zu Betreuenden. "Nur die Politik kann dann wieder einmal sagen: Wir haben ein Problem abgehakt", so Steinkellner abschließend.

ÖGB, 4. Februar 2008 Nr. 52

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