ÖGKV: Ausweitung des Pflegekompetenzdschungels

Laienhelfer zu billigen Erfüllungsgehilfen gemacht

Wien (OTS) - Heute wurden anlässlich einer Pressekonferenz die angedachten Punkte der Änderungen im GuKG von Bundesministerin Kdolsky, Bundesminister Bartenstein und Abgeordneten Huanigg vorgestellt. Es ist hinlänglich bekannt, dass die menschlichste Lösung für unsere Mitmenschen die krank, alt, dement oder Menschen mit besonderen Bedürfnissen sind, die Betreuung und Pflege in der Familie bzw. in familienähnlichen Strukturen ist.

Dieser Bedarf und dieses Bedürfnis gestalten sich aber höchst unterschiedlich. Die Differenzierung dieser Situation wird derzeit durch Begutachtungsärzte vorgenommen die darüber befinden, wie sich ein Pflegeaufwand zu gestalten hat, ohne je eine Pflegeausbildung absolviert zu haben. Ebenso reklamieren sich in die derzeit höchst emotionalisierte Pflegediskussion selbst ernannte Pflegeexperten ein.

Um die 24-Stunden Pflege und Betreuung für unsere Mitmenschen leistbar zu machen, fällt den gesundheitspolitischen Entscheidungsträgern derzeit nur eine weitere Verdichtung des Ausbildungsdschungels am Pflege- und Betreuungssektor ein. Ungenutzt bleiben die Ressourcen der Beratungsleistung und die Fachkompetenz des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege.

Um diese Strategie fortzusetzen hat man derzeit eine Aushöhlung des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes vor, indem man zunehmend Pflegetätigkeiten, auch solche die nicht nur ein komplexes pflegerisches, sondern auch ein medizinisches Grundwissen erfordern, in Richtung kaum ausgebildete Betreuungskräfte und Laienhelfer zu verschieben. Hilfskräfte werden also künftig dazu verdonnert, komplexe Pflegehandlungen durchzuführen ohne fachliche Hintergründe verknüpfen zu können.

So macht man Pflege nicht billiger, so öffnet man nur der Pflegepfuscherei Tür und Tor.
Qualitätssicherungs- und Haftungsfragen werden künftig zwischen Medizin und Betreuungskräften hin und her geschoben werden. So mancher Patient wird dabei auf der Strecke bleiben.

Der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband fordert daher das Schnittstellenmanagement zwischen dem stationären Aufenthalt in den häuslichen Bereich zu verbessern, vermehrt Pflegeexperten auszubilden und einzusetzen, einen vermehrten Ausbau der mobilen Dienste sowie in weiterer Folge die Umsetzung des Familiengesundheitskonzeptes.

Herr und Frau Österreicher haben ein Recht auf bedürfnis- und bedarfsgerechte Betreuung und Pflege.

Der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband ist der Berufsverband aller Pflegeberufe Österreichs. Er ist gemeinnützig, unabhängig, überparteilich und interkonfessionell.

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