OeNB-Inflation: Nicht an Symptomen, sondern bei Ursachen ansetzen!

Liebscher: Hohe Preisanstiege gefährden Wettbewerbsfähigkeit!

Wien (OTS) - "Die aktuelle HVPI-Inflation in Österreich von 3,5%
im Dezember 2007 ist eindeutig zu hoch. Wirtschaftspolitische Maßnahmen dagegen müssen aber bei den Ursachen der Inflation, nicht bei ihren Symptomen ansetzen", so der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, Dr. Klaus Liebscher, zu der derzeit geführten öffentlichen Diskussion. "Unsere ganze Kraft muss der Rückführung der Preisanstiege gelten", so der Gouverneur unmissverständlich. "Die Abgeltung der Inflation über höhere Löhne oder Einmalzahlungen der öffentlichen Hand geht mit der Gefahr einher, dass diese Maßnahmen in einer Preisspirale, steigenden Budgetdefiziten, höheren Steuern und letztlich sinkender Wettbewerbsfähigkeit enden!"

Übermäßig starke Preisanstiege dämpfen nicht nur die Kaufkraft jedes Einzelnen, sondern sie gefährden auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit und damit Arbeitsplätze in unserem Land! Es gilt daher die Inflation dauerhaft zu senken, wiederholte Dr. Liebscher seine seit November 2007 mehrfach geäußerten Appelle.

Die Sozialpartner sind aufgerufen, eine Lohn- und Preisspirale zu vermeiden. Zurückhaltung bei den Lohnforderungen sichert Arbeitsplätze! Aber auch die Unternehmen müssen sich bei der Preisfestsetzung zurückhalten. Überproportional starke Preiserhöhungen in einigen Sektoren könnten auf ein Wettbewerbsproblem in Österreich hindeuten.

Auch die Budget- und Steuerpolitik muss ihren Beitrag zur Inflationsdämpfung leisten! "Der öffentliche Sektor - Bund, Länder und Gemeinden - darf in der aktuellen Situation die Inflation, z.B. durch die Erhöhung von Abgaben, Gebühren und Tarifen, nicht weiter anheizen", so der Gouverneur. Zusätzliche Staatsausgaben und ein deshalb höheres Budgetdefizit würden in der derzeit guten wirtschaftlichen Situation inflationstreibend wirken. Das Defizit sollte daher auch aus diesem Grund möglichst rasch zurückgeführt werden. Zudem sind Indexierungen, die zu automatischen Preissteigerungen im öffentlichen wie privaten Sektor führen, zu vermeiden, so Dr. Liebscher.

Die Geldpolitik der EZB bzw. des Eurosystems wird alles Erforderliche tun, um die Preisstabilität im Durchschnitt des Euroraums mittelfristig zu gewährleisten und Zweitrundeneffekten vorzubeugen! Um eine niedrige Inflation auch in einem einzelnen Mitgliedsland des Euroraums sicherzustellen, bedarf es aber auch positiver und konsequenter Beiträge der nationalen Wirtschaftspolitik und der Sozialpartner!

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