Seniorenbund-Generalsekretär Becker appelliert an ORF-Stiftungsrat: "Ignorieren Sie nicht die Mehrheit der Zuseher!"

Gebührenerhöhung über die Köpfe der Älteren hinweg wäre unsozial und instinktlos

Wien (OTS) - Einen "dringenden Appell, die ORF-Gebühren nicht zu erhöhen" richtet Heinz K. Becker, Generalsekretär des Österreichischen Seniorenbundes, an den ORF-Stiftungsrat vor seiner heutigen, entscheidenden Sitzung: "Österreichs Senioren lehnen die geplante Gebührenerhöhung zu Recht entschieden ab. Der ORF sollte daher ausgerechnet über die größte Gruppe seiner Fernsehzuschauer und Radiohörer nicht so einfach drüberfahren." Für Ihre Entscheidung sollten die Mitglieder des Stiftungsrates, so Becker, Sinn und Inhalt des öffentlich-rechtlichen Auftrages ernst nehmen und sich ganz persönlich ihrer sozialen Verantwortung bewusst zu sein.

Nur die Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrages bedingt das Recht auf Gebühreneinhebung

"Der ORF darf bekanntlich nur deshalb Gebühren einheben, weil er im Gegensatz zu den privaten Konkurrenzsendern zur Erfüllung eines öffentlich-rechtlichen Auftrages verpflichtet ist", betont Becker. Somit müsse der ORF für möglichst alle Teile der Gesellschaft ein geeignetes Programm anbieten. Dies sei sicherlich nicht immer einfach, so Becker, aber: "Ausgerechnet bei den Senioren ist die Erfüllung des Programmauftrages nur noch unzureichend gegeben. Nicht nur fehlt beispielsweise im Fernsehen ein entsprechend umfassendes Informationsangebot für die Bedürfnisse der späteren Lebensphasen. Sogar erfolgreiche Sendungen, wie "Willkommen Österreich", die von Senioren sehr geschätzt wurden, sind einem unverständlichen Jugendwahn und Marketingdruck geopfert worden - ohne geeigneten Ersatz." Die Senioren können diese Behandlung durch den ORF als größte Seher- und Hörer-Gruppe nicht mehr verstehen und akzeptieren.

Pensionisten verlieren einen ganzen Monat Pensionszuwachs!

Viele Anrufer im Seniorenbund seien daher über die Gebührenpläne des ORF regelrecht "erzürnt", erklärte Becker: "Wen wundert das? Die Pensionisten sollen die Pensionserhöhung eines ganzen Monats direkt wieder beim ORF abliefern. Für ein ihren Ansprüchen gerechtes Programm würden sie vielleicht Mehrkosten in Kauf nehmen, allerdings können die Älteren nur ungenügende Gegenleistungen seitens des ORF erkennen."

ORF-Verantwortliche übersehen die soziale Dimension

"Gerade jetzt, wo die aktuelle Inflation die Pensionserhöhung 2008 sozusagen schon überholt hat, und ganz besonders die Pensionisten unter einer enormen Verteuerung der Grundbedürfnisse leiden, sollen auch noch die ORF-Gebühren erhöht werden.", zeigt Becker Unverständnis darüber, dass dem ORF offenbar nicht bewusst ist, dass eine solche Erhöhung die Inflation noch zusätzlich anheizt. Die ORF-Gebühren sind nämlich ein nicht unwesentlicher Teil des Warenkorbes zur Berechnung der Inflation. "Gerade jetzt eine Gebührenerhöhung vorzunehmen wäre ein geradezu sagenhaftes Beispiel für fehlenden Instinkt bei den Verantwortlichen", folgert Becker.

Gerade die SPÖ-Vertreter sollten sich an die Bedeutung von "sozial" erinnern

In diesem Zusammenhang zeigt sich Becker speziell darüber verärgert, dass die SPÖ-nahen Vertreter im ORF (Arbeiterkammer, Gewerkschaft, Konsumentenschutz, ...) bisher in allen Gremien für die Gebührenerhöhung gestimmt hatten. "Dass ausgerechnet die Vertreter der SPÖ, die selbst ernannten Kämpfer gegen soziale Kälte, hier ganz eiskalt gegen die Interessen der Älteren und der sozial Schwachen handeln, ist völlig unverständlich." Becker weiter: "Es zeigte sich ja in den letzten Monaten mehrfach, dass SPÖ-Versprechungen wenig gelten - siehe Pensionen, Pflegeamnestie, etc. - sie aber konsequent ihre mediale Machtpolitik ausbauen, auch wenn sie dabei über die Interessen sozial Schwächerer drüberfahren." Würden die aktuellen Tendenzen anhalten, droht der ORF endgültig zum "Rotfunk" zu verkommen: "Selber rote Zahlen schreiben und im Gegenzug sofort die Belastungen für die Menschen erhöhen, ist zu verurteilen. Heißt jetzt das Motto: Wie im roten Wien, so auch im ORF?", so Becker abschließend.

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