"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Genug mit dem AK-Theater" (Von ALOIS VAHRNER)

Ausgabe vom 31. Jänner 2008

Innbruck (OTS) - Seit zwei Jahren tobt der erbitterte Gagenstreit zwischen Langzeit-Direktor Martin Hirner und der AK-Spitze. Und ein Ende ist, wie zu befürchten, offenbar noch länger nicht in Sicht -auch wenn AK-Chef Dinkhauser auch wegen seiner bevorstehenden Wahl-Kandidatur von allen Parteien unter Dauerfeuer genommen wird.

Die AK, die ihren Direktor abberufen und entlassen hat, musste vor Gericht bittere Niederlagen einstecken: zunächst eine Rückzahlung an Hirner von über 12.000 Euro, jetzt die vom Verwaltungsgerichtshof bzw. Arbeitsgericht aufgehobene Abberufung als Direktor und die Entlassung. Leider basierten letztere Urteile nur auf rein formalen Punkten. Ob sich die AK zu Recht ihres Direktors entledigte oder ob die Entlassungsvorwürfe nicht halten, wurde bisher von den Gerichten nicht einmal ansatzweise geklärt. Dass sich die Justiz wiederholt (besonders im jüngsten Urteil) hinter bloßen Formalismen versteckt, ist der Sache leider alles andere als dienlich.

Längst sind die Kosten der Prozessflut weit höher als der eigentliche Streitfall - der Betrag, den Hirner zusätzlich zu seinen mehr als 9000 Euro brutto im Monat wollte. Unabhängig vom Zeitpunkt und vom Ergebnis des Rechtsstreits sind alle Verlierer: Hirner, der seine finanzielle Existenz für eine vergleichsweise geringe Nachzahlung aufs Spiel setzte, hat bei den AK-Mitgliedern wohl ebenso an Reputation verloren wie die Arbeiterkammer und deren Spitze. Diese setzt einerseits auf Härte, macht aber gleichzeitig ständig Vergleichsangebote. Für Entlassungsgründe (so diese, wie behauptet, tatsächlich stichhaltig sind), gilt: Halbschwanger gibt es nicht.

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