Bauer zu Inflation: Konzentration im Lebensmittelhandel lässt Preise steigen - kartellrechtlich strenger prüfen

Wirtschaftsminister Bartenstein ist gefordert

Wien (SK) - "2007 war eindeutig das Jahr der Preissteigerungen,
vor allem im Handel mit Lebensmittel", sagte SPÖ-Wirtschaftssprecher Hannes Bauer Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Einerseits wirken die Agrotreibstoffe als Konkurrenz zu den Nahrungsmitteln als Preistreiber, andererseits die gestiegene Nachfrage in Südostasien; aber in Österreich lasse auch die europaweit höchste Konzentration im Lebensmittelhandel und der damit verbundenen Abnahme des Wettbewerbs die Preise besonders anziehen, so Bauer. ****

"Wenn jetzt REWE tatsächlich Adeg übernehmen darf und Spar die Zielpunktfilialen erhält, dann habe die drei 'big player' am Markt allein einen Marktanteil von 87,5 Prozent. Da darf man sich keine Wettbewerbsimpulse mehr erwarten, daher muss die Übernahme von weiteren Supermärkten durch die drei Großen - REWE, Spar und Hofer -kartellrechtlich verhindert werden. Wirtschaftsminister Bartenstein ist hier als zuständiger Minister im Sinne der Konsumenten gefordert, eine weitere Konzentration im Lebensmittelhandel und die damit automatisch verbundenen höheren Preise zu unterbinden", so Bauer.

Der SPÖ-Wirtschaftssprecher wies darauf hin, dass im vergangenen Jahr die Preissteigerungen in Österreich bei vielen Lebensmitteln deutlich höher auffielen als im europäischen Vergleich. "Während in den EU-27 die Preise für Lebensmittel im November um 5,4 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gestiegen sind, sind die Verbraucherpreise in Österreich um 6,7 Prozent gestiegen. Damit weist Österreich unter den alten EU-Mitgliedsländern die höchsten Preissteigerungen bei Nahrungsmittel auf", sagte Bauer. Die Erklärung für diese Differenz liege damit auch bei der enorm hohen Konzentration im Handel.

Ähnliches gelte übrigens auch im Treibstoffbereich. In Österreich seien im Jahr 2007 die Preise für Diesel um 23,1 Prozent und für Superbenzin um 19,6 Prozent gestiegen. "Das ist der höchste Wert in der gesamten EU, mit Ausnahme Polens", so Bauer. Die Autofahrerclubs vermuten, dass die stärkere Erhöhung der Treibstoffpreise aufgrund der besonderen Marktsituation erfolgte. "Bartenstein muss auch hier aktiv werden und die Wettbewerbsbehörde einschalten", schloss Bauer. (Schluss) sl/mp

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