ÖGJ: Studiengebühren komplett abschaffen statt halbieren

Berufstätige brauchen spezielle Angebote: Abendstudien, längere Öffnungszeiten, Kinderbetreuung

Wien (ÖGJ/ÖGB) - "Eine Halbierung der Studiengebühren für berufstätige ‚Teilzeit-Studierende’ ist aus deren Sicht natürlich zu begrüßen", sagt der Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Jürgen Michlmayr: "besser wäre aber, die sozial ungerechten Gebühren komplett abzuschaffen." Um mehr Berufstätige an die Unis zu bringen und damit die weit unter dem OECD-Durchschnitt liegende österreichische AkademikerInnenquote anzuheben, sind zudem spezielle Angebote für Berufstätige notwendig.++++

Studiengebühren abschaffen

Die ÖGJ lehnt Studiengebühren prinzipiell ab, da sie eine zusätzliche Barriere für Studierende aus einkommensschwachen und bildungsfernen Familien bedeuten. "Die Halbierung der Studiengebühren für Berufstätige ist ein wichtiger Schritt, aber das Ziel muss die komplette Abschaffung bleiben", sagt Michlmayr. Der daraus entstehende Einnahmenausfall darf aber nicht bei den Unis hängen bleiben, die ohnehin chronisch unterfinanziert sind.

Eigene Uni-Angebote für Berufstätige

Die Möglichkeit, Studium und Erwerbstätigkeit zu vereinen, wurde laut Studierenden-Sozialerhebung 2007 als schwierig eingestuft. 81 Prozent der Vollbeschäftigten und 57 Prozent der Teilzeitbeschäftigten stimmten dieser Feststellung zu. "Ein Maßnahmenbündel zur besseren Vereinbarkeit von Studium und Beruf, wie z. B. ein eigens für Berufstätige konzipiertes Studienangebot in ‚großen’ Studienrichtungen, mehr Abend- und Blockveranstaltungen, bedarfsgerechte Öffnungszeiten von Bibliotheken und Instituten, eigene ‚BerufstätigenreferentInnen’ an den Universitäten und qualitativ hochwertiger Einsatz neuer Kommunikationstechnologien sind notwendig, um den arbeitenden Menschen ein Studium zu erleichtern oder überhaupt erst zu ermöglichen", so Michlmayr.

Kostenlose Kinderbetreuung

Der Anteil von Studierenden mit Kind ist von elf Prozent im Jahre 2002 auf sieben Prozent deutlich gesunken. "In nur wenigen Hochschulen gibt es Kinderbetreuungseinrichtungen", kritisiert Michlmayr, "und das trifft vor allem Frauen hart und ist vermutlich einer der Gründe warum Frauen ihr Studium statistisch gesehen häufiger abbrechen als Männer." Die ÖGJ fordert kostenlose Kinderbetreuung an allen Universitäten.(fk)

ÖGB, 31. Jänner 2008 Nr. 38

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