Grüne Wien: Wehsely und Brauner müssen politische Verantwortung für Missstände im OWS übernehmen

Vassilakou: "Skandalöse Zustände in der Wiener Psychiatrie müssen Konsequenzen haben" - Sigrid Pilz: "Brauner und Wehsely verweigern Verbrennungsopfer im OWS die Entschädigung"

Wien (OTS) - "Die Weigerung der SP-Stadtregierung und des KAV, zur Verantwortung für die schrecklichen Brandverletzungen einzugestehen, ist empörend. Die skandalösen Zustände in der Wiener Psychiatrie müssen Konsequenzen haben", kommentiert die Klubobfrau der Wiener Grünen Maria Vassilakou den gestern im "Kurier" aufgedeckten Fall einer Patientin, die fixiert an beiden Armen, beim Versuch, die Fesseln mittels Feuerzeug zu lösen, schwerste Brandverletzungen erlitten hat. Dieser Fall belegt einmal mehr die großen Probleme im Bereich der Wiener Psychiatrie. "Es ist bezeichnend, dass Bürgermeister Häupl innerhalb weniger Jahre die GesundheitsstadträtInnen mehrmals austauscht, die Probleme aber offensichtlich ad infinitum bestehen bleiben. Die zum Zeitpunkt des Vorfalls zuständige Gesundheitsstadträtin Brauner wird der Wiener Öffentlichkeit heute erklären müssen, wie sie es verantworten kann, dass die Mangelversorgung und die Strukturprobleme in der Wiener Psychiatrie zu solch katastrophalen Folgen für einzelne PatientInnen führen können", so Vassilakou. "Nachdem die jetzige Gesundheitsstadträtin Wehsely noch im vergangenen Gemeinderat wider besseren Wissens die Missstände in der Wiener Psychiatrie geleugnet hat, hat sie das Vertrauen in ihre Lösungskompetenz verloren. Sie muss die politische Verantwortung für die Missstände in der Wiener Psychiatrie übernehmen und ihren Rücktrittt einreichen."

Die Gesundheitssprecherin der Grünen Wien, Sigrid Pilz ergänzend:
"Brauner hatte offensichtlich zugelassen, dass dieser Fall der Verletzung der Obsorgepflicht im KAV nicht zu lückenloser Aufklärung und zu rigorosen Konsequenzen geführt hat. Eine Psychiatriepatientin, die wegen Suizidgefahr angehalten und fixiert wird, darf niemals unbeobachtet bleiben. Alles andere ist Fahrlässigkeit. Besonders erschwerend in diesem Fall ist der Umstand, dass man nicht dafür gesorgt hat, gefährliche Gegenstände aus der Reichweite der unter Psychopharmaka stehenden Frau zu entfernen."

Die Reaktion des Generaldirektor s des KAV, Dr. Marhold ist bezeichnend: "Statt sich im Interesse der verletzten Patientin für eine unfassende Untersuchung und Anerkennung der Schadernsersatzansprüche einzusetzen, qualifiziert er den Befreiungsversuch der fixierten Frau als einen Akt der suizidalen Selbstverstümmelung. Ein weiteres Mal soll die Patientin damit abgewertet und diffamiert werden", so Pilz.

Darüber hinaus fordern die Grünen Wien die lückenlose Aufklärung der Vorgänge und eine umfassende Information des Gesundheitsausschuss, welche Konsequenzen der KAV unmittelbar nach diesem Ereignis ergriffen hat. Der Wiener Patientenanwalt wird erklären müssen, warum in seinem Bericht dieser gravierende Fall nicht aufgelistet ist.

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