Bayr zu Inflation: Biosprit treibt Preise in die Höhe - Pröll soll Alternativen forcieren

Wien (SK) - "Es ist ein ökonomischer, ökologischer und ethischer Irrwitz, dass man wertvolle Nahrungsmittel vergärt, um Treibstoff zu gewinnen. Die Folgen sind bereits jetzt sichtbar und dramatisch: eine deutliche Steigerung der Lebensmittelpreise, die vor allem in Österreich die Inflation gewaltig anheizte", sagte SPÖ-Umweltsprecherin Petra Bayr am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Zur Gewinnung von Ethanol wird Getreide, vor allem Mais, herangezogen, zur Gewinnung von Biodiesel vor allem Raps. Jetzt seien nicht nur die Getreide- bzw. die Rapspreise auf das Doppelte als vor einem Jahr gestiegen, auch viele andere Lebensmittel wurden teurer, da in vielen Produkten Mais bzw Getreide enthalten ist. Aber auch Fleisch werde immer teurer, weil die Futtermittelpreise steigen, gab Bayr zu bedenken. Es sei hoch an der Zeit, sinnvolle Alternativen zur derzeitigen Gewinnung von Biosprit zu forieren, richtete Bayr einen Appell an Landwirtschaftsminister Pröll. ****

Zudem sei der ökologische Nutzen von Bioethanol bzw. Biodiesel mehr als fraglich, da verstärkt Pestizide eingesetzt werden müssen, Mais besonders viel Wasser verbrauche und immer längere Transportwege in Kauf genommen werden müssen. "Zählt man noch die großflächige Vernichtung von Urwäldern in den Entwicklungsländern durch Brandrodung hinzu, um Platz für Energiepflanzen zu finden, dann fällt die CO2-Bilanz für den Biosprit vernichtend aus", so Bayr. Zudem könne Biosprit die Treibstoffprobleme alleine nicht lösen. "Wenn in den USA der gesamte produzierte Mais zur Gewinnung von Ehtanol herangezogen wird, kann damit trotzdem nicht mehr als 15 Prozent des Treibstoffbedarfs gedeckt werden. Ähnliches gilt für Europa und Österreich", unterstrich die SPÖ-Umweltsprecherin.

Durch die gestiegene Nachfrage ziehen die Grundstückpreise bereits enorm an. Pachten werden immer teurer, auch wenn man darauf kein Getreide anbaut, so Bayr. Das wirke sich wiederum negativ auf alle Lebensmittelpreise aus. "Pröll und Molterer sind nun gefordert, weniger Geld für diese kontraproduktiven Techniken auszugeben, sondern in die Forcierung neuer Motoren bzw. neuer agrarischer Treibstoffe, wie die zweite Generation der Biokraftstoffe, die anstatt die gesamte Frucht nur noch Reststoffe wie Heu, Baumschnitt, Trester oder sogar Papier als Rohstoffe haben. Dann wäre die CO2-Bilanz wesentlich besser, und es müssten keine eigenen Anbauflächen geschaffen werden. Die Preise würden sich dann wieder stabilisieren. Der Ball liegt nun bei den ÖVP-Ministern, sie müssen ihn aufnehmen, im Sinne der Konsumenten und der Umwelt", schloss Bayr. (Schluss) wf/mm

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