BM Hahn: 4000 Studienbeihilfenbezieher/innen mehr, 4.000 x mehr Realitätsnähe

Novelle tritt im Herbst 2008 in Kraft

Wien (OTS) - Nach einer 12%igen Erhöhung der Studienbeihilfe im September 2007 wurde gestern im Nationalrat eine Gesetzesänderung zur Ausweitung der Studienförderung beschlossen. Mit der Studienförderungsoffensive hat das Wissenschaftsministerium (BMWF) ein 25 Mio. Euro Paket geschnürt. Damit beträgt das Gesamtvolumen der Studienförderung erstmals über 200 Mio. Euro. Durch die Anhebung der Einkommensgrenzen um 20% bzw. 5% haben 4.000 zusätzliche Studierende mehr die Chance ins Studienförderungssystem zu kommen. Das bedeutet eine Ausweitung von derzeit 48.000 auf 52.000 Studierende. Vor allem jene Studierende profitieren davon, die auf Grund der Einkommensentwicklung der Eltern knapp aus dem Studienförderungssystem hinausgefallen sind. Künftig wird es keine Differenzierung der Zuverdienstgrenzen nach Einkunftsart mehr geben. Durch die Anhebung und Vereinheitlichung der Zuverdienstgrenzen für Studienbeihilfenbezieher/innen auf einheitlich 8.000 Euro (bis zu 2.190 Euro mehr als bisher) werden mehr Studierende von der Studienbeihilfe profitieren.

Behinderte Studierende und Studierende mit Kindern profitieren verstärkt

Mit der Novelle setzt Bundesminister Johannes Hahn vor allem für behinderte Studierende und Studierende mit Kindern einen wichtigen Akzent. Die Förderungsdauer für Studierende mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen wird verlängert. Die Altersgrenze für den Erhalt der Studienbeihilfe wird von 30 auf 35 Jahre erhöht. Der Bezieherkreis wird ausgeweitet. Seh-, Hör- und Gehbehinderte bekommen Zuschlag von 160 bis 420 Euro zusätzlich zur Studienförderung, wodurch mehr behinderte Studierende ins Beihilfensystem kommen. Außerdem wird ein zusätzliches Toleranzsemester eingeführt.

Studienbeihilfebezieher/innen mit Kindern erhalten künftig einen 67-Euro-Zuschlag für jedes Kind zusätzlich zur Familienbeihilfe. Außerdem wird es ein zusätzliches Toleranzsemester für alle nicht schulpflichtigen Kinder bis 6 Jahre angerechnet, bisher gab es dieses nur für Kleinkinder bis 3 Jahre. Die Altersgrenze für den Erhalt von Studienbeihilfe für Studierende mit Kindern wird von 30 auf maximal 35 Jahre angehoben.

Leistungsstipendien werden erhöht / Hürdenabbau im Studienrecht

"Auch Leistung wird sich stärker lohnen als bisher", so Wissenschaftsminister Hahn. Im Vollausbau werden rund 2. Mio. Euro mehr für Leistungs- und Förderstipendien zur Verfügung stehen, das sind um 25% mehr als bisher, damit wird es möglich sein bis zu 2.800 Leistungsstipendien zusätzlich zu vergeben.

Unnötige Hürden werden auch im Studienrecht beseitigt, sowie Hürden im Übergang zwischen Bachelor und Master. Der Studienförderungsanspruch wird bei Studienwechsel nicht mehr automatisch erlöschen; ein Neuantrag ist damit nicht länger erforderlich. Bei unverschuldeter Fristversäumnis ist auch ein nachträglicher Antrag auf Studienförderung möglich.
Die Anrechnung von Studienleistungen im Europäischen Bologna-Raum wird vereinfacht. Die Altersgrenze für den Einstieg ins Masterstudium wird auf 35 Jahre angehoben, wenn vorher das Baccalaureat gefördert war.

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