Diakonie: Tausende nicht alleine lassen. Pflegelücke schließen!

Diakonie eröffnet dritte Hausgemeinschaft für pflegebedürftige Menschen. Diesmal in einer Wiener Schule.

Wien (OTS) - Anlässlich der heutigen Eröffnung einer Hausgemeinschaft für Menschen mit hohem Pflegebedarf in einer Wiener Schule fordert die Diakonie den Ausbau der Pflegebetreuung in Österreich. "Lebensqualität bei Pflegebedürftigkeit ist ein Menschenrecht", so Diakonie-Direktor Michael Chalupka. "Öffentliche Investitionen sind dort notwendig, wo die Pflegebetreuung für die Betroffenen selbstbestimmter und für die Angehörigen entlastender wird. Es gibt eine Betreuungslücke zwischen dem Angebot der bisher etablierten mobilen Dienste und der bis zu 24-Stunden Betreuung zu Hause. In diesem Bereich liegt ein großer Teil des Bedarfs an professioneller und leistbarer Unterstützung für die häusliche Betreuung und Pflege: Da werden jetzt Tausende Menschen allein gelassen. Wir müssen die Pflegelücke schließen", fordert die Diakonie.

Die Diakonie Österreich appelliert an Bund und Länder die mobilen Dienste auszubauen, Teilzeitbetreuung durch Heimhilfen und Pflege-Entlastungsdienste zu etablieren, Nachtdienste, Pflegenachtnotruf, Kurzzeitpflege zu Hause, koordinierte Nachbarschaftshilfe, betreutes und betreubares Wohnen, teillstationäre Angebote wie Tages- und Nachbarschaftszentren auf den Weg zu bringen.

Das Pflegegeld kann sein Versprechen, Wahlfreiheit zu erhöhen, erst einlösen, wenn es ein leistbares, differenziertes und haushaltsnahes Angebot an Pflegebetreuung gibt. Und wenn es den Frauen, die fast 100 Prozent der Angehörigen-Pflege tun, auch Wahlfreiheit lässt.

Diakonie-Hausgemeinschaft

Die heute eröffnete Hausgemeinschaft in Wien Simmering ist eines dieser notwendigen neuen Angebote für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Individualität und Autonomie sind hohe Werte, die wir nicht auf einer Pflegestation an der Garderobe abgeben wollen. Lebensqualität für Menschen im Alter heißt vor allem selbstbestimmte und leistbare Angebote zu schaffen. Sich dafür einzusetzen, dass über 80-jährige Menschen in kleinen Wohnstrukturen und mobiler pflegerischer Betreuung möglichst auch 100 Jahre alt werden können.

Wohnen, ähnlich dem wie in einer großen Familie in der überschaubaren Gemeinschaft einer Wohnung, in der die BewohnerInnen in das normale Leben mit seinen Aktivitäten eingebunden sind - das ist das Ziel der Hausgemeinschaften für Menschen im Alter. Zentraler Punkt einer Hausgemeinschaft ist die Wohnküche mit dem Wohnraum, der als gemeinsamer Treffpunkt dient. Die Zimmer sind um die Wohnküche angeordnet. Die Atmosphäre ist wohnlich und heimelig - die Individualität des/der Einzelnen wird spür- und erlebbar. Das Leben in den Wohnungen wird von festen Bezugspersonen und hauswirtschaftlichem Personal begleitet. Für medizinische Pflegedienste stehen nach individuellem Bedarf diplomierte Pflegekräfte zur Verfügung. Die Pflege ist in den Alltag integriert und es wird jede/r Einzelne in dem Umfang gepflegt, wie sie/er es braucht. Die Mahlzeiten kommen nicht aus der Großküche, sondern werden in der jeweiligen Küche frisch zubereitet. Dabei können sich die BewohnerInnen tatkräftig einbringen. Auch dadurch wird der wohnliche Charakter unterstrichen.

Das Diakoniewerk Gallneukirchen, der Träger der Hausgemeinschaften Erdbergstraße 222, verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Hilfe für Menschen im Alter und führt weitere Angebote auch in Wels, Gallneukirchen, Salzburg und Graz.

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