Wlodkowski: Milchkuhprämie soll Zukunft der Milchbauern sichern

Bei Erhöhung der EU-Milchproduktion Preissenkungen befürchtet

Wien (AIZ) - "Will man in den Berggebieten und benachteiligten Regionen die Existenz der Milchbauern sichern, so muss man der Rinder- und Milchproduktion mit neuen, maßgeschneiderten Instrumenten eine Zukunft geben. Denn die Folgen der progressiven Erhöhung der Milchproduktion in der EU-27 und des ersatzlosen Auslaufens des Milchquotensystems werden für die Bauern wegen sinkender Milchpreise erhebliche ökonomische Schwierigkeiten sein. Daher verlangen wir als Ausgleich eine Milchkuhprämie für alle Milcherzeuger in den benachteiligten Gebieten der EU. Nur so kann der starke Wettbewerbsdruck in der Produktion ausgeglichen werden. Die anderen derzeit zur Verfügung stehenden und in Österreich angewendeten Instrumente der EU-Agrarpolitik reichen nicht aus, um auf die speziellen Bedürfnisse der Milchproduktion ausreichend eingehen zu können", stellte Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich, fest. "Finanziert werden soll diese Prämie aus zusätzlichen Mitteln der ersten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik", ergänzte Wlodkowski.

Sinkende Milchpreise erwartet

Die Europäische Kommission geht in allen ihren Prognosen und Marktanalysen davon aus, dass eine Erhöhung der Milchproduktion zu einem direkten Rückgang der Preise führen wird. Sowohl deutlich größere Schwankungen der Milchpreise als auch der gleichzeitige Abbau von sonstigen EU-Marktstabilisierungsinstrumenten, wie der Intervention, der Lagerhaltung oder der Exporterstattung, führen nach der Quotenerhöhung zu spürbar niedrigeren Erzeugerpreisen.

"Die Ursachen für die Steigerung der Milch-Erzeugerpreise im letzten Halbjahr waren vielfältig und reichten von Missernten über einen deutlichen Konsumanstieg in den Schwellenländern Asiens bis hin zu Börsespekulationen. Trotz eines derzeit positiven Preisniveaus sehen Marktbeobachter schon heute eine Rückkehr zu deutlich niedrigeren Weltmarktkursen eingeleitet, die Spitzenpreise wurden bereits verlassen. Tritt diese Situation voll ein, brauchen die Milchbauern in den benachteiligten Regionen, in denen sie nur mit deutlich höheren Kosten produzieren können als ihre Berufskollegen in den Gunstlagen, eine spezielle Unterstützung, die in der Vergangenheit die Quote geboten hat", verlangte Wlodkowski. "Doch die Anhebung der Quote unter dem Titel 'soft landing' und das Fehlen von Marktinstrumenten führen zu niedrigeren Milchpreisen und daraus entstehend einem negativen wirtschaftlichen Druck, den nur eine Milchkuhprämie für diese Gebiete ausgleichen kann", so der LK-Präsident.

Klein-Strukturen: Österreich und Finnland

Österreich hat eine der kleinststrukturierten Milchviehhaltungen EU-weit. Zwei Drittel der Milch werden im Berggebiet produziert. Insgesamt stammen 85% der Milch aus dem benachteiligten Gebiet. "Deshalb verlangen wir mit der Milchkuhprämie eine produktionsmäßige Absicherung für die Berg- und benachteiligten Gebiete. Nur so können die Berggebiete, die zudem die Grundlage für die Tourismuswirtschaft bieten, und die benachteiligten Regionen weiterhin bewirtschaftet werden", erklärte Wlodkowski.
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