ÖH: Echte Inflationsanpassung und bessere Absicherung sozial schwächerer Studierender dringend notwendig

StudFG-Novelle bringt Erleichterungen für Studierende, kann aber nur ein Anfang sein

Wien (OTS) - Die Österreichische HochschülerInnenschaft freut sich, dass in der gestern im Nationalrat beschlossenen Novelle des Studienförderungsgesetzes einige langjährige Forderungen umgesetzt wurden, weist aber darauf hin, dass noch weitere Schritte folgen müssen. "Durch die Novelle des Studienförderungsgesetzes kommt es zu Verbesserungen für Studierende - insbesondere für behinderte Studierende und Studierende mit Kindern. Allerdings gibt es nach wie vor noch einiges zu tun. Um wieder allen Studierenden ein Vollzeitstudium zu ermöglichen, braucht es eine vollständige Anpassung an die Inflation der letzten Jahre. Für die Zukunft sollten alle Beträge des Studienförderungsgesetzes laufend mittels Verbraucherpreisindex wertgesichert werden", so Hartwig Brandl vom ÖH-Vorsitzteam.

Weiterer Handlungsbedarf besteht vor allem bei der Unterstützung Studierender im neuen Bologna-System. "Beim Übertritt vom Bachelor-ins Masterstudium muss noch einiges getan werden. Es wäre wichtig ein zweites Toleranzsemester für Bachelorstudierende einzuführen, damit Studierende nicht so schnell aus dem Beihilfensystem herausfallen. Gerade für arbeitende Studierende ergibt sich sonst oft ein Teufelskreis. Sie arbeiten häufig vor allem um sich ihr Studium leisten zu können. Dadurch verzögert sich allerdings ihr Studium, was häufig zum Verlust der Beihilfen führt und schließlich oft sogar noch dazu, dass sie noch mehr arbeiten müssen. Unterstrichen wird dieses Problem durch das Festhalten an den unrealistischen Mindeststudiendauern für die Bezugszeit der Studienbeihilfe. Die Chance, hier strukturelle Änderungen vorzunehmen wurde leider verpasst", betont Lisa Schindler (ÖH-Vorsitzteam).

Die Übergewichtung der Leistungsstipendien stellt nach wie vor einen großen Kritikpunkt dar, immerhin wurden in deren Erhöhung 2 der 8 Millionen der Ausweitung gesteckt. "Wir sind erfreut über die generelle Ausweitung der Stipendien, allerdings sollten Beihilfen vor allem sozial schwächere Studierende absichern und sie finanziell unterstützen. Daher sollte diese Gruppe Priorität haben. Die Leistungsstipendien auf Kosten der Studienbeihilfe zu erhöhen war jedenfalls der falsche Schritt. Dieses Geld fehlt sozial schwächeren Studierenden an allen Ecken und Enden und wäre hier wesentlich dringender notwendig gewesen ", erklärt Verena Czaby vom ÖH-Vorsitzteam.

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