AK Studie: Jeder Euro für Weiterbildung bringt das Dreizehnfache für das Unternehmen

AK fordert: Anspruch auf jährlich 35 Stunden Weiterbildung in der bezahlten Arbeitszeit für alle ArbeitnehmerInnen

Wien (OTS) - Jeder Euro, der zusätzlich in Weiterbildung
investiert wird, bringt 13 Euro für das Unternehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Universität Linz im Auftrag der AK durchgeführte Studie, die erstmals für Österreich untersucht, wie sich Weiterbildung rentiert. "Die Studie zeigt die enorme Hebelwirkung von Weiterbildung", sagt die Bildungsexpertin der AK Wien, Johanna Ettl. Bereits nach drei Monaten haben sich die Kosten für Weiterbildung amortisiert. Die Vorteile für die ArbeitnehmerInnen: Mehr Jobsicherheit und erhöhte Arbeitsplatzsicherheit und zahlen auch höhere Löhne. Aber: Die Erträge aus Weiterbildung werden nicht gerecht verteilt. Zwar zahlen weiterbildungsaktive Unternehmen höhere Löhne, sie geben die höheren Erträge aber in zu geringem Ausmaß weiter, kritisiert Ettl. Die AK fordert daher: Einen Anspruch auf jährlich eine Woche Weiterbildung und Maßnahmen damit Klein- und Mittelbetriebe endlich aufholen können.

Die neue Studie der AK über die Renditen von Weiterbildung weist nach: Investitionen in Weiterbildung bringen vier Prozent mehr Produktivität. In Zahlen heißt das: Ein Unternehmen, das die jährlichen Ausgaben für Weiterbildung pro MitarbeiterIn von 145 auf 290 Euro verdoppelte, erhöhte seine Produktivität um durchschnittlich 1.900 Euro pro Beschäftigtem. Auch im Folgejahr konnte noch eine Produktivitätssteigerung von zwei Prozent festgestellt werden.

Die Studie zeigt auch: Weiterbildungsmaßnahmen, die innerhalb des Unternehmens organisiert werden, haben einen größeren positiven Effekt als Kurse von externen Anbietern. Die Weiterbildung von persönlichen Fähigkeiten (Soft-Skills) bringt mehr Produktivitätszuwachs als etwa Sprach-, Marketing- oder IT-Kurse. "Vermehrte Investitionen in die persönlichen Fähigkeiten der Beschäftigten lohnen sich also", freut sich Ettl.

Betriebe, die mehr in Weiterbildung investieren, zahlen durchschnittlich auch höhere Löhne und Gehälter. Allerdings geben sie die höheren Erträge nur in einem geringen Ausmaß an die Beschäftigten weiter. "Von jedem Euro, der zusätzlich erwirtschaft wird, weil sich die Beschäftigten weiterbilden, sehen diese nur 15 Cent", kritisiert Ettl.

Vor allem Beschäftigte in Klein- und Mittelbetrieben haben kaum Chancen auf Weiterbildung. Jeder fünfte Klein- und Mittelbetrieb bildet keinen einzigen ihrer ArbeitnehmerInnen weiter. Nur knapp ein Drittel der Beschäftigten werden in die Weiterbildung einbezogen. Die AK fordert deshalb:

Das Recht der ArbeitnehmerInnen auf 35 Stunden (eine Woche) Weiterbildung pro Jahr in der Arbeitszeit. Allen ArbeitnehmerInnen soll die Möglichkeit auf Weiterbildung eingeräumt werden, unabhängig von der Größe und der Branche des Betriebs, in dem sie arbeiten. Mehr Weiterbildung von ArbeitnehmerInnen in Klein- und Mittelbetrieben, zum Beispiel durch die Einrichtung von Qualifizierungsverbünden. Beim Qualifizierungsverbund schließen sich mindestens drei Betriebe mit dem Ziel zusammen, Qualifizierungsmaß-nahmen gemeinsam zu planen und durchzuführen. Weiterbildung muss den Arbeits- und Lebensumständen der Beschäftigten besser gerecht werden: das heisst Berücksichtigung von Schichtarbeit, von Kinderbetreuungspflichten und bessere Erreichbarkeit der Kurse muss gesichert sein.

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