"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Riskanter Einsatz" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 30.01.2008

Wien (OTS) - Keine zwei Jahre ist es her, dass ein
österreichischer Soldat bei einem gezielten Angriff der israelischen Armee auf einen Beobachtungsposten der UNO im Südlibanon ermordet wurde.
Die Soldaten, die Verteidigungsminister Norbert Darabos gestern in den Tschad verabschiedet hat, sind noch stärker gefährdet. Sie sollen mit Waffengewalt humanitäre Hilfe möglich machen.
So umstritten dieser Einsatz wegen der Verstrickung der Kolonialmacht Frankreich in den Konflikt auch ist: Grundsätzlich darf Österreich sich solchen internationalen Missionen nicht verweigern. Insofern ist die Entscheidung richtig.

Nachdenklich stimmt, dass die EU Monate gebraucht hat, um bei den Mitgliedstaaten das notwendige Kriegsmaterial zu erbetteln. Das lässt auf Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Mission schließen.
Die 160 österreichischen Soldaten können nur hoffen, dass sie es im Tschad mit weniger mörderischen Gegnern zu tun haben werden als die UNO-Beobachter im Libanon. Für sie geht es um Leben und Gesundheit, für Darabos immerhin ums politische Überleben.

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