ÖAMTC: Alko-Unfälle gehen hauptsächlich auf das Konto von Risikolenkern

0,5 Promille - verstärkte Kontrollen und Strafen zeigen noch keine Auswirkung auf Alko-Unfallstatistik

Wien (OTS) - "Der weitaus höchste Anteil an Verkehrsunfällen, bei denen Alkohol im Spiel ist, wird nicht im 0,5-Promillebereich verursacht, sondern von schwer alkoholisierten Fahrzeuglenkern. Der ÖAMTC tritt deshalb schon lange dafür ein, dass sich Maßnahmen gezielt gegen Hochrisikolenker in den oberen Promillebereichen richten müssen. Sie stellen ein ungleich höheres Risiko dar", schlägt ÖAMTC-Jurist Hugo Haupfleisch Alarm. "Die Unfallentwicklung der letzten Jahre zeigt, dass zu Jubel kein Anlass ist." Die zahlreichen Vortests haben sicher Signalwirkung, so wurden auch wesentlich mehr Fahrer mit 0,5 - 0,8 Promille im Blut angezeigt. Die relative Zahl der Verkehrsunfälle wird laut der Unfall-Statistik von BMI und KfV für das Jahr 2007 etwas niedriger ausfallen als in den Vorjahren (Hochrechnung für 2007: 39.048 Unfälle, 2006: 39.884, 2005: 40.896).

Auch wenn die Zahl der Verkehrsunfälle im Jahr 2007 niedriger ausgefallen ist als in den Vorjahren, bliebt der prozentuelle Anteil der Alkohol-Unfälle fast unverändert (Hochrechnung Anteil 2007: 6,77 Prozent, 2006: 6,46 Prozent, 2005: 6,71 Prozent). "Die Zahlen lassen sich nicht beschönigen. Es zeigt sich, dass alle bisherigen Maßnahmen zur Senkung der Alko-Unfälle nicht in dem erwünschten Ausmaß gegriffen haben. Sie sind an der eigentlichen Tätergruppe, den Hochrisikolenkern, weitgehend vorbeigegangen", zeigt ÖAMTC-Jurist Hugo Haupfleisch auf.

Ernüchternde Tatsachen: Die Einführung der 0,5-Promille-Grenze im Jahr 1998 konnte die Zahl der Alkoholunfälle leider nur kurzfristig senken, ebenso wie die drastische - aber nur wenig bekannte -Erhöhung der Sanktionen für stark alkoholisierte Lenker. Seit Mitte 2002 führt die Polizei nach jedem Verkehrsunfall automatisch eine Alkoholkontrolle durch - ohne die erwartete Auswirkung auf die Unfallstatistik. Seit dem Jahr 2006 sind Vortestgeräte massiv im Einsatz. Durch 271.000 durchgeführte Vortests wurden im Jahr 2006 zwar 11.292 Lenker mit 0,5-0,79 Promille Alkohol im Blut gestoppt (2005: 6.955). Im Jahr 2007 stieg die Zahl der durchgeführten Vortests sogar auf fast 460.000 an. Die Abstrafung dieser Lenker hat ebenfalls keinen Rückgang der Alkohol-Unfälle im Verhältnis zu Unfällen ohne Alkohol-Beteiligung bewirkt, weil nur rund sechs Prozent aller Unfälle auf das Konto von Alkolenkern gehen.

Haupfleisch fordert daher eine umfassende Kampagne zum Thema "Alkohol am Steuer". "Natürlich tritt der ÖAMTC für die Fortsetzung wirksamer Kontrollen und eine konsequente Bestrafung aller Alkosünder ein. Strafandrohungen wirken aber nur dann, wenn sie im Bewusstsein der Bevölkerung verankert sind. Stillschweigend Strafen zu verschärfen, ohne das entsprechend und gebetsmühlenartig zu kommunizieren, wird nur einen kurzfristigen Erfolg bringen. Das zeigt ja die Erfahrung mit der Einführung der 0,5-Promillegrenze, die offenbar hartgesottene Alko-Lenker nicht vom Trinken abhält."

Weiters wünscht sich der ÖAMTC-Chefjurist, dass die Problematik der Alko-Unfälle in ihrer ganzen Tragweite behandelt wird. "Alkoholmissbrauch im Straßenverkehr darf nicht als abgekapseltes Thema behandelt werden, sondern muss als gesellschaftliches Problem in Angriff genommen werden", so der Appell des ÖAMTC-Juristen an die zuständigen Politiker.

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