Niederwieser: Sprachförderung im Kindergarten ab Herbst

Länder sollen jetzt 15a-Vereinbarung unterschreiben

Wien (SK) - Über den Stand der Vorbereitungen zur Sprachförderung im letzten Kindergartenjahr, die kommenden Herbst starten wird, informierte SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser gemeinsam mit VP-Bildungssprecher Neugebauer im Anschluss an eine Unterausschuss-Sitzung des Unterrichtsausschusses am Dienstag. Von Seiten des Bundes seien die Vorarbeiten voll am Laufen, nun müssten auch die Länder die ausverhandelten 15a-Vereinbarungen unterzeichnen. Fünf Mio. Euro pro Jahr gibt der Bund zusätzlich für die Sprachförderung aus; die Länder sollen diesen Betrag verdoppeln. ****

Aufgabe des Bundes sei, den nationalen Bildungsplan zu erstellen und Aus- und Weiterbildung an den Pädagogischen Hochschulen (PH) anzubieten. Die konkrete Umsetzung der Sprachförderung erfolgt dann in den Ländern und Gemeinden. Ab dem Sommersemester werden die ersten Ausbildungs-Kurse an den PH angeboten, gearbeitet wird derzeit auch an den Tests zur Sprachstandsfeststellung, die ab Mai einsetzbar sein sollen.

Bei Kindern, die den Kindergarten besuchen, werden die KindergärtnerInnen über die Sprachförderung entscheiden. Eltern, deren Kinder nicht in den Kindergarten gehen, werden bis Anfang Juni eine Einladung erhalten, dass das Kind einen Nachmittag im Kindergarten verbringt und dort die sprachlichen, motorischen und sozialen Fähigkeiten beobachtet werden.

Sanktionen, wenn man der Einladung nicht folgt, gibt es nicht. Niederwieser erinnerte daran, dass die SPÖ das verpflichtende Vorschuljahr für alle wolle - die jetzige Regelung sei ein Kompromiss. Man werde sich nun einmal anschauen, wie die Sprachstandsfeststellungen und die Kurse funktionieren. "Wir müssen schauen, dass es uns gelingt, 100 Prozent der Fünfjährigen im Kindergarten zu haben - wenn das nicht gelingt, müssen wir weiter nachdenken."

Start der Sprachkurse ist dann im Herbst 2008. Verbunden wird das auch mit dem Ausbauprogramm für Kindergärten. "Uns ist klar, dass kommenden Herbst noch nicht alles perfekt laufen wird. Aber es ist besser, jetzt zu beginnen und weiterzuentwickeln, als ein Jahr später zu starten", so der SPÖ-Bildungssprecher. Für jene Kinder, die heuer im Herbst mit der Sprachförderung beginnen, ist im Herbst 2009 dann Schuleinschreibung.

Wie wichtig die sprachliche Frühförderung für den weiteren Bildungserfolg sei, darauf hätten auch die ExpertInnen im heutigen Unterausschuss nachdrücklich hingewiesen, betonte Niederwieser. Besonders herausgestrichen wurde von den BildungswissenschafterInnen auch, dass gute Fähigkeiten in der Erstsprache eine wesentliche Voraussetzung sind, um Deutsch zu lernen. Niederwieser und Neugebauer sind sich jedenfalls einig, dass es im Zuge der Sprachkurse auch Sprachförderung in der Muttersprache von MigrantInnen-Kindern geben soll. Das könnten schon bestehende lokale und regionale Vereine übernehmen, die diese muttersprachliche Förderung jetzt schon anbieten. Auch das soll ein Punkt in einem gemeinsamen Ausschuss-Beschluss zur Frühförderung sein. Ziel sei, so Niederwieser und Neugebauer, dass es ein All-Parteien-Beschluss wird. (Schluss) ah

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