Buchinger: Altersgerechte Jobs und mehr Gesundheitsförderung für höhere Beschäftigungsquoten

Neues Handbuch "Generationen-Management" präsentiert

Wien (SK) - Sozialminister Erwin Buchinger hat am Dienstag im Hinblick auf das geplante Aktionsprogramm für ältere Arbeitnehmer die Aufgabenstellung für die Politik umrissen. Ansatzpunkte seien dabei spezielle Gesundheitsförderungsprogramme für Ältere, altersgerechte Arbeitszeitregelungen und die altersgerechte Gestaltung des Arbeitsplatzes, erläuterte Buchinger im Rahmen der Präsentation des Handbuchs "Generationen-Management", das von Eurag Österreich, einer Arbeitsgemeinschaft für die Erhaltung der Lebensqualität älterer Menschen, herausgegeben wurde. ****

Die EU hat sich in ihrer Lissabon-Strategie auf 50 Prozent Erwerbsquote bei den 55- bis 65-Jährigen bis 2010 als Zielwert. Für Österreich glaubt Buchinger, dass im Jahr 2007 die 40 Prozent knapp unterschritten werden und heuer erreicht werden. 50 Prozent bis 2010 sieht der Sozialminister als "sehr ambitioniert", jedenfalls werde die Regierung alle Anstrengungen unternehmen, um in diese Richtung zu kommen.

Erika Folkes von Eurag Österreich sieht die Unternehmen schlecht vorbereitet auf die älter werdende Gesellschaft. Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen sei nicht eingestellt auf ältere Arbeitnehmer. Dem bestehenden Informationsmangel soll nun das neue Handbuch "Generationen-Management" abhelfen. Darin werden u.a. die Erfahrungen mit einem Pilotprojekt der Magna Steyr Fahrzeugtechnik in Graz wissenschaftlich aufgearbeitet.

Der Personalchef von Magna Steyr, Erich Mayer, der an der Präsentation teilgenommen hat, räumte ein, dass man "den Stein der Weisen" noch nicht gefunden habe, aber jedenfalls wichtige Ansatzpunkte, z.B., dass für die innerbetriebliche Behaltestrategie Ergonomie, Arbeitszeiten und Gesundheitsvorsorge wesentlich seien. Er hat freilich auch den Wunsch an die Politik deponiert, dass es Unterstützung brauche, damit Unternehmen Arbeitnehmer "kostenneutral" länger beschäftigen können.

Einer der Autoren des Handbuchs, Rudolf Karazman, hat die Ausgangslage auf folgende Formel gebracht: "Das Problem ist nicht das Älterwerden der Beschäftigten, sondern die Jugendlichkeit der Unternehmen"; anders gesagt: Unternehmen seien organisatorisch und ergonomisch auf das sogenannte Haupterwerbsalter standardisiert. Was es nun brauche, seien Strategien, die Unternehmen generationengerecht machen.

Denn ältere Mitarbeiter seien mit Ausnahmen von Berufen, wo schwere körperliche Anstrengungen verlangt werden, im Allgemeinen leistungsfähiger - wenn man alle relevanten Maßzahlen einrechnet, zeige sich, dass "die Wirtschaftlichkeit" mit zunehmendem Alter wächst. Freilich werde dies in den üblichen Unternehmenskennzahlen nicht kenntlich gemacht.

In diesem Sinn argumentierte auch der Sozialminister: "Es wäre völlig falsch, anzunehmen, dass Fähigkeiten und Produktivität mit dem Alter abnehmen." Darum verwahrte sich Buchinger so wie Karazman gegen die vereinfachende Annahme, ältere Mitarbeiter wären zu teuer. (Schluss) wf

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