KAV setzt auf Verkürzung der OP-Wartezeiten

KAV-Finanzmanager und Generaldirektor-Stellvertreter Dr. Maximilian Koblmüller ab 1. Februar 2008 tätig

Wien (OTS) - Wien, (OTS) Im Rahmen des Bürgermeister-Mediengesprächs am Dienstag stellten Bürgermeister Dr. Michael Häupl und Gesundheits-und Sozialstadträtin Maga Sonja Wehsely den neuen Finanzchef des KAV, Dr. Maximilian Koblmüller, vor. Koblmüller wird gleichzeitig als Stellvertreter des KAV-Generaldirektors Dr. Wilhelm Marhold fungieren. "Die 2005 eingeleitete Neuorganisation des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) hat bereits deutliche Erfolge gebracht. Mit dem neuen Finanzdirektor ist der KAV auch für künftige Herausforderungen fit", so Häupl.****

"Der KAV erlebt derzeit eine besonders tiefgreifende Erneuerungsphase", erklärte Wehsely. "Die Umsetzung von Spitals- und Geriatriekonzept erfordert eine ausgeklügelte Reorganisation des gesamten Unternehmens. Mit diesen Plänen hat das Management die Ziele des Unternehmens festgelegt. In den nächsten beiden Jahren gilt es, diese Planungsziele mit Hilfe eines modernen Finanzmanagements im Sinne eines effizienten Dienstleistungsbetriebes umzusetzen." Deshalb werde sich ab sofort "ein eigener Spitzenmann" als Finanzvorstand um diese Belange kümmern. "Alle Maßnahmen des Wiener Krankenanstaltenverbunds - von der Schaffung der Position des neuen Generaldirektor-Stellvertreters über die Verbesserung des Wartezeitenmanagements für Operationen bis zur Ausweitung der Operationszeiten - setzen auf die Optimierung der Ergebnisqualität im Sinne der PatientInnen", so Wehsely. "Das Jahr 2008 wird ganz im Zeichen der Reduktion der Wartezeiten stehen."

Maximilian Koblmüller ist ein ausgewiesener Managementfachmann. Er war zuletzt sieben Jahre lang als Finanzvorstand der OÖ Gesundheitslandesgesellschaft GESPAG tätig. "Er bringt entsprechend viel Erfahrung für seine neue Funktion in Wien mit. Ich freue mich, dass Dr. Koblmüller aus der öffentlichen Ausschreibung als bestgeeigneter Kandidat hervor ging", unterstrich Marhold.

Lebenslauf Koblmüller

"Ich freue mich auf meine neue Tätigkeit im Wiener Krankenanstaltenverbund. Eine der dringlichsten Aufgaben ist für mich die anstehende SAP-Implementierung in den Wiener Spitälern. Damit wird die Abbildung der Leistungen und die Steuerung des Wiener Krankenanstaltenverbunds deutlich verbessert. Wichtig sind für mich auch klare Zielvorgaben für die einzelnen Gesundheitseinrichtungen des KAV. Dabei ist eine einheitliche Bottom-Up-Budgetierung durch die Krankenhäuser und Geriatriezentren eine unabdingbare Grundlage. Diese wird dann wieder in einem Top-Down-Prozess zu einem wichtigen Managementinstrument", so Koblmüller.

Koblmüller ist gebürtiger Linzer des Jahrganges 1951. Der ausgebildete HTL-Ingenieur und promovierte Betriebswirt, begann seine wirtschaftliche Laufbahn als Universitätsassistent am Marketinginstitut an der JKU in Linz. Dem folgten Karrierestufen im industriellen Bereich, wie etwa bei Steyr Daimler Puch AG, Böhm GmbH, Ankerbrot AG oder Engel Maschinenbau GmbH. Dort war Koblmüller in kaufmännischen Geschäftsführer- beziehungsweise Vorstandsfunktionen erfolgreich tätig.

Als Vorstand für die oberösterreichische Gesundheits- und Spitals-AG war er federführend verantwortlich für die operative strategische Entwicklung der damals 15 Spitäler. Er führte erfolgreich den Investitionsbereich mit Haus-, Medizintechnik, leitete den Einkauf, die Supportsegmente, die Informatik, das Rechnungswesen und das Controlling. Weiters war er für die Finanzierung und die Interne Revision zuständig.

Koblmüller wird auch im KAV die Schwerpunkte Finanzen und Controlling führen, um im Bereich der kaufmännischen Planung den gleichen hohen Qualitätsstandard zu erreichen, der in der medizinischen Versorgung bereits vorhanden ist.

Verbessertes OP-Wartezeiten-Management

"Top-Qualität braucht es auch bei der Verkürzung der OP-Wartezeiten. Aktuell setzt ein Reformschub bei den Regeloperationen ein, Akutfälle werden ohnehin immer sofort behandelt - ohne Ansehen von Person, sozialem Status, Herkunft oder Alter", betonte Wehsely. Weiter: "In anderen Ländern ist das keinesfalls selbstverständlich und es kann durchaus passieren, dass etwa Hüftoperationen unter Hinweis auf das Alter von PatientInnen abgelehnt werden. Solche Zustände wird es in Wien nicht geben."

Eine konkrete Maßnahme zur Verkürzung der Wartezeiten ist die Umstellung des OP-Anmeldesystems für geplante Eingriffe in den KAV-Spitälern. Ein neues elektronisches System ist seit Jänner 2008 im Einsatz. "Das neue System wird stufenweise bis Sommer 2008 ausgebaut", so Marhold.

Das Wartelistenmanagement erfolge "vollkommen transparent" und verhindere Doppel- beziehungsweise Mehrfachmeldungen, meinte Wehsely. Den ÄrztInnen sei es damit möglich, festzuhalten, "wann und warum sie eine Patientin oder einen Patienten auf die OP-Terminliste setzen und welche Vorbereitungen notwendig sind", erklärte Marhold. "Bevorzugungen durch das computergesteuerte System sind nicht möglich."

Das OP-Anmeldelistensystem wird in den Fachbereichen Orthopädie, Augen- und Neurochirurgie bereits eingesetzt. Erste Evaluierungsergebnisse wird es Ende des ersten Quartals 2008 geben. "Die Dringlichkeit der OP-Termin-Vergabe bestimmen ausschließlich medizinische Kriterien. Für Akutfälle, die immer sofort behandelt werden, steht selbstverständlich eine 24-Stunden-Versorgung zur Verfügung", lauten Wehselys Vorgaben.

Bei planbaren, nicht akuten Eingriffen wird gemeinsam mit der/dem PatientIn ein passender Termin gesucht. Auf spezielle Wünsche der PatientInnen, etwa wegen eines anstehenden Urlaubs, wird Rücksicht genommen. Marhold: "In vielen Fällen muss aber auch aus medizinischer Sicht eine Menge vorbereitet werden, damit eine Operation korrekt durchgeführt werden kann."

Eine für den Generaldirektor weitere "entscheidende Maßnahme zur Verkürzung der OP-Wartezeiten ist die tägliche, kontinuierliche Ausdehnung der Operationszeiten". Flexible Dienstzeiteneinteilungen ermöglichen OP-Zeiten nunmehr von 8.00 bis 18.00 Uhr und darüber hinaus. Bis Jahresende sollen 50 Prozent aller Abteilungen im KAV auf diese Weise arbeiten.

Wie dies "bestens funktionieren kann, beweist die Herzchirurgie am Krankenhaus Hietzing", erklärte Marhold. "Dort gibt es für alle Berufsgruppen im OP flexible Dienstzeitmodelle und nur mehr reine Anmeldelisten für einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen."

Eine weitere Maßnahme ist die grundsätzliche Ausdehnung des tagesklinischen Betriebs. Eine eigene tagesklinische Station wurde vor kurzem von Stadträtin Wehsely im AKH ihrer Bestimmung übergeben. Jene in der Rudolfstiftung wird im Oktober eröffnet werden.

Im Bereich der Kataraktoperationen wurde in Zusammenarbeit des Krankenhauses Rudolfstiftung mit den niedergelassenen Ärzten ein System gestartet, "bei dem diese direkt eine OP-Anmeldung durchführen können", berichtete Marhold. Dabei legen niedergelassene ÄrztInnen bereits selbst die berücksichtigungswürdigen Aspekte fest und speisen die eigenen Informationen in das System ein.

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(Schluss) bw/cl/me

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