Platter: Deutliches Ergebnis der Verkehrsüberwachungsbilanz 2007

Wesentliche Erhöhung der Kontrollen: 40 % mehr Geschwindigkeitsübertretungen, rund 70 % mehr Alkotests, niedrigste Zahl an Verkehrstoten

Wien (OTS) - Die Polizei hat im Jahr 2007 insgesamt 3,815.406 Fahrzeuglenker wegen Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit mittels Anzeige oder Organmandat beanstandet, gibt Innenminister Günther Platter die Verkehrsüberwachungsbilanz 2007 bekannt. Davon entfielen 2,8 Millionen auf Radarmessungen, rund 800.000 Fahrzeuglenker wurden mit Lasertechnik ertappt, weitere 200.000 von Zivilstreifen und durch Section-Control-Anlagen.
Dies bedeutet eine Zunahme bei den festgestellten Geschwindigkeitsüberschreitungen gegenüber dem Vorjahr um 40 %.

Intensivierung der Geschwindigkeits- und Abstandskontrollen

Beginnend mit Ende 2006 erfolgte ein Modernisierungsschub bei der Verkehrsüberwachung durch die Umrüstung von Naßfilm- auf digitale Technik. Bis dato sind 93 der 168 Radargeräte des Innenministeriums umgerüstet. "Dies führte nicht nur zu einer Steigerung der Qualität und Effizienz bei der Aufzeichnung von Verwaltungsübertretungen, sondern ermöglichte uns durch den flexiblen Einsatz dieser Geräte die Verkehrsüberwachung im Hinblick auf Unfallhäufungsstellen und Hochrisikolenker weiter zu optimieren", betont Platter. "Im vergangen Jahr gab es so wenige Verkehrstote auf unseren Straßen wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen. Das ist aber kein Grund uns auszuruhen - im Gegenteil: Jeder Verkehrstote ist einer zuviel. Nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit ist nach wie vor die Hauptursache der tödlichen Verkehrsunfälle und wird daher auch weiterhin einen wesentlichen Teil unserer Kontrolltätigkeiten darstellen."

In weiteren 43.506 Fällen wurde von der Exekutive festgestellt, dass der vorgeschriebene Sicherheitsabstand zu gering war. Auch das ist ein Anstieg um 18,2 % gegenüber dem Jahr 2006. "Wir werden auch in diesem Bereich die Effizienz der Überwachung noch weiter steigern. Denn rücksichtslose Raser und Drängler gefährden die große Mehrheit der verantwortungsbewussten Verkehrsteilnehmer", so der Innenminister.

Erhöhung der Kontrolldichte durch Alkoholvortestgeräte

Ein wesentlicher und wichtiger Schwerpunkt stellt die Bekämpfung von Alkohol am Steuer dar. Daher hat das Innenministerium die Zahl der Alkoholvortestgeräte deutlich erhöht. Derzeit stehen der Exekutive 725 Alkoholvortestgeräte und 1688 Alkomaten zur Verfügung. Damit wurden im Jahr 2007 insgesamt 637.386 Alkoholtests (459.562 Vortests und 177.824 Alkomattests) durchgeführt.
Allein die Anzahl der Alkovortests stieg von 271.147 im Jahr 2006 auf 459.562 im Jahr 2007.
"Die Kontrollen konnten durch den Einsatz der Vortestgeräte gegenüber dem Vorjahr um rund 70 % gesteigert und somit wesentlich erhöht werden", betonte Platter. "Dabei stehen Prävention und das Abschrecken im Vorfeld im Mittelpunkt. Die Vortestgeräte ermöglichen eine deutliche höhere Kontrolldichte und tragen einen wesentlichen Teil zur Bewusstseinsbildung bei."

Insgesamt wurden im Vorjahr 44.608 Alkolenker (+ 2,5 %) wegen Lenken eines Fahrzeuges im alkoholbeeinträchtigen Zustand angezeigt. 24.933 Personen musste sofort der Führerschein abgenommen werden. Weiters wurden im abgelaufenen Jahr 909 Drogenlenker aus dem Verkehr gezogen.

Gurt, Kindersicherung und Telefonieren am Steuer

Auch in anderen wichtigen Bereichen der Verkehrsüberwachung stiegen die festgestellten Übertretungen an.
Im Jahr 2007 wurden österreichweit 141.339 Übertretungen wegen der Gurtenpflicht (+ 3,1%), 94.561 Anzeigen wegen Telefonieren am Steuer ohne Freisprecheinrichtung (+ 16,6%) und 14.841 Beanstandungen bei der Kindersicherung gezählt (+ 18%).

Noch immer ist jedes fünfte bis sechste Kind nicht oder nicht ausreichend gesichert. Vielfach werden schlecht angewendete Kindersitze bemerkt (falsche Gutführung, falscher Kindersitz zur Größe der Kinder, alter oder defekter Kindersitz).

Innenminister Platter appelliert an die Eltern: "Schützen Sie ihr Kind und befördern Sie es - auch auf noch so kurzen Strecken -niemals ungesichert".

Bundesländerstatistik 2007 siehe PDF-Dokument als ANHANG

Schwerverkehrs- und Gefahrgutkontrollen

Die verstärkte Kontrolle des internationalen Güterverkehrs, insbesondere die Überwachung der Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten, technischen Kontrollen, der Gewichts- und der Ladungssicherung sowie der Überwachung des Transportes von gefährlichen Gütern auf der Straße wird bei verschiedenen Schwerpunkten und auch länderübergreifenden Aktionen im Auftrag der Verkehrsbehörden nach strategischen Einsatzplänen ein besonderes Augenmerk gewidmet. "Nicht zuletzt erst seit der Schengen-Erweiterung werden bei diesen Kontrollen auf den Transitstrecken gleichzeitig gemeinsame verkehrspolizeiliche, kriminalpolizeiliche und fremdenpolizeiliche Schwerpunktaktionen gesetzt", betont Platter.

Im Jahr 2007 wurden im Rahmen des Masterplanes "Lkw-Transitkontrollplattform" im Zusammenwirken mit Technikern vom BMVIT (Prüfzug der Bundesanstalt für Verkehr) und den Ländern, der Exekutive und der ASFINAG 39.554 LKW und Busse vorselektiert und einer eingehenden Kontrolle unterzogen.

Dabei wurden insgesamt 79.644 Anzeigen wegen diverser Mängel erstattet. In 7.396 Fällen musste die Weiterfahrt wegen schwerwiegender technischer Mängel, Überladung, Überschreitung der Lenk- und Ruhezeiten sowie Alkoholisierung untersagt werden.

Auf dem Gefahrgutsektor konnten die Kontrollen der Exekutive in ganz Österreich von 2006 auf 2007 neuerlich um 6,4 % gesteigert werden. 2007 wurden in ganz Österreich 7.541 Gefahrguttransporte kontrolliert, im Jahr 2006 waren es 7.089.

Verbesserung der Verkehrssicherheit durch zielgerichtete Überwachung

Innenminister Platter will trotz der Rückgänge bei den tödlichen Unfällen im Vorjahr die Kontrollen auf den Straßen verschärfen und durch punktgenaue Schwerpunktmaßnahmen optimieren. Verstärkt werden soll die sichtbare Präsenz der Exekutive an unfallträchtigen Strecken oder Straßenstellen. Die Überwachungsstrategie besteht aus den regionalen Erfahrungswerten, der Analyse der Unfallstatistik und der Auswertung der Unfallhäufungsstellen sowie den Vorgaben der zuständigen Verkehrsbehörden. "Die wichtigste Maßnahme in der Verkehrssicherheitsarbeit bleibt aber die Eigenverantwortung jedes einzelnen Verkehrsteilnehmers", betonte Platter.

"Alle Maßnahmen, die wir setzen, zielen primär auf die Reduzierung der Verkehrsunfälle und somit der Reduzierung von viel Leid für die Opfer und deren Angehörigen ab. Es ist deshalb unser Anliegen und unsere Aufgabe, die Verkehrssicherheit in Österreich weiter zu verbessern. Die Exekutive wird ihren Beitrag dazu jedenfalls leisten"

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