Tschad: Flüchtlingshilfe braucht Finanzspritze

UNHCR-Aufruf an Staaten: 61 Mio. Euro für Binnenvertriebene in sieben Ländern nötig

Genf/Wien (OTS) - Die Hilfsprogramme für Binnenvertriebene in
sechs afrikanischen Staaten, darunter der Tschad, sowie Kolumbien benötigen eine Finanzspritze von knapp 61 Millionen Euro (90 Mio. US-Dollar). Dabei geht es um Menschen, die in ihrem eigenen Land auf der Flucht sind (Internally Displaced People, IDP) - wie etwa die 180.000 Binnenvertriebenen des Tschad, für die 2008 knapp 11 Mio. Euro (15,8 Mio. US-Dollar) benötigt werden. Dies geht aus einem Aufruf des UN-Flüchtlingshochkommissariats UNHCR hervor, den die Organisation am Dienstag weltweit an Regierungen gerichtet hat. "Wir können nur jene Hilfen geben", erklärt UNHCR-Sprecher Roland Schönbauer, "für die wir Finanzmittel bekommen."

Im Tschad helfen die Vereinten Nationen nicht nur den 240.000 Flüchtlingen, mehrheitlich aus Darfur, in den zwölf UNHCR-Camps, sondern auch 180.000 Binnenvertriebenen. Die Aufgabenteilung unter den humanitären Organisationen ("cluster approach") gibt UNHCR unter anderem die Verantwortung für Management und Koordination der provisorischen IDP-Siedlungen sowie für Telekommunikation. Ein entsprechendes Telekommunikationsnetz soll die Kommunikation aller Beteiligten, der Binnenflüchtlinge, der Hilfsorganisationen und der lokalen Stellen verbessern. Weitere Elemente des Hilfsprogramms:
Decken, Matratzen und Plastikplanen. Sobald es die Sicherheitslage zulässt, sollen Informationsinitiativen, u.a. via Radio, die Binnenvertriebenen mit verlässlichen Informationen über die Lage in ihren Heimatdörfern versorgen, damit sie über eine freiwillige Rückkehr entscheiden können. "Dringend benötigte Hilfsprogramme laufen bereits", berichtet Schönbauer, "jetzt haben die Regierungen, gerade in Europa, eine hervorragende Gelegenheit, ihr humanitäres Engagement für die Menschen im Tschad zu belegen."

Neben Hilfsprogrammen in Liberia und an der Elfenbeinküste dient der Zahlungsaufruf vor allem auch Binnenflüchtlingen in der Demokratischen Republik Kongo, wo - schon vor den neuerlichen Vertreibungen in Nord-Kivu - 1,3 Millionen IDPs lebten. "In solchen Krisensituationen", heißt es in dem UNHCR-Aufruf, "bleibt die Achtung vor humanitärem Recht und Menschenrechten meist auf der Strecke. IDPs und Teile der Bevölkerung werden oft Opfer von weit verbreiteten Menschenrechtsverletzungen - bei fast vollständiger Straflosigkeit. Oberste Priorität haben der Schutz der Zivilbevölkerung vor Gewalt, der zivile Charakter der IDP-Camps sowie der Kampf gegen sexuelle Gewalt und Kindesmissbrauch."

Weiterer Punkt: das IDP-Programm in Uganda (10,4 Mio. Euro). In dem Schwerpunktland der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit besteht nach Friedensgesprächen die Hoffnung, dass 2008 bis zu 500.000 der 1,3 Millionen Binnenvertriebenen heimkehren können. Auch hier hat UNHCR Koordination und Management der Camps über und bemüht sich, die oft harschen Bedingungen rasch zu verbessern.

Service: Der Aufruf ist unter www.unhcr.org/partners downloadbar.

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