"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Eigentore von Kitz bis Mils" (Von Frank Staud)

Ausgabe vom 25. Jänner 2008

Innsbruck (OTS) - Streiten statt Lösen scheint das Motto mancher Tiroler Politiker zu sein. Kitzbühel ist ein Paradebeispiel.

Christian Smekal, früherer Boss des Alpenvereins, hat Peter Haßlacher verboten, sich Magister zu nennen. Kaum war Smekal nicht mehr im Amt, betitelte sich der beim OeAV für Naturschutz zuständige Haßlacher erneut mit dem akademischen Grad, den er nie erworben hat.

Warum das ein Mann mit der Reputation Haßlachers tat, ist nicht nachvollziehbar. Aber offenbar leiden trotz Akademikerschwemme immer noch jede Menge Menschen unter Minderwertigkeitskomplexen. Ein typisch österreichisches Problem. Der Herr Hofrat lässt grüßen.

Ein gewaltiges Eigentor schoss sich auch der Milser Bürgermeister. Peter Hanser blamierte sich als Geschäftsführer der Wohnbaugesellschaft WE, die sich den sozialen Wohnbau an ihre Fahnen heftet, bis auf die Knochen.

Dem finanziell bestens ausgestatteten Semino Rossi ein Grundstück zu verkaufen, das kurz zuvor vom Land um billigstes Geld für den sozialen Wohnbau erworben wurde, ist ein schlechter Witz. Diese Optik ist derart schief, dass es keine Rolle spielt, ob das Rossi-Geld jetzt für soziale Bauten verwendet wird. Mils macht Tirol in ganz Österreich lächerlich.

Nur noch Kopfschütteln löst mittlerweile auch der Streit um das Krankenhaus Kitzbühel aus. Es ist Zeit für einen Kompromiss. Dieser liegt nun auf dem Tisch. Wenn die zuständige Landesrätin Elisabeth Zanon diesen weiterhin blockiert, erringt sie einen Pyrrhussieg. Denn Kitzbühel ein privat betriebenes Minispital zu gewähren, macht Sinn. Bei dieser Lösung könnten Zanon und Bürgermeister Winkler das Spielfeld erhobenen Hauptes verlassen. Den Kitzbühelern wäre gedient, weil die medizinische Nahversorgung mit einer Notfallambulanz gewährleistet bliebe.

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