ÖH: Handlungsbedarf der Regierung in der Frauenpolitik

Österreich fällt durch ungleichen Lohn und wenig Frauen in Spitzenpositionen auf

Wien (OTS) - Der neueste EU-Genderbericht stellt Österreichs Frauenpolitik ein vernichtendes Zeugnis aus. "Österreich hinkt dem ohnehin schon schlechten EU-weiten Ergebnis noch hinterher. Die Lohnschere zwischen den Geschlechtern ist in Österreich besonders groß, denn hierzulande erhalten Frauen nach wie vor einen etwa 20% geringeren Stundenlohn als ihre männlichen Kollegen. Das liegt deutlich hinter dem EU-Durchschnitt der Lohndifferenz von 15%. Auch was den Anteil von Frauen in Spitzenpositionen betrifft, besteht Handlungsbedarf. Immerhin finden sich im Gegensatz zum EU-weiten Trend immer weniger österreichische Frauen in Spitzenpositionen", betont Lisa Schindler vom ÖH-Vorsitzteam die traurige Aktualität der Geschlechterungleichbehandlung.

Auch Verena Czaby vom ÖH-Vorsitzteam ortet akuten Handlungsbedarf:
"Der EU-Genderbericht hat wieder einmal in eindrucksvoller Weise gezeigt, dass die Gleichstellung der Geschlechter noch lange nicht Realität ist. Die Regierung muss endlich handeln, um dieser Ungleichbehandlung ein Ende zu setzen. Dafür sind insbesondere verstärkte Frauenförderung sowie Maßnahmen zur Änderung der arbeitsmarktpolitischen Rahmenbedingungen notwendig. Die gläserne Decke wird sich nicht durch einen Goodwill der ArbeitgeberInnen zerschlagen lassen, sondern nur durch gezielte gesetzliche Regelungen."

"Auch an den Universitäten muss in diesem Zusammenhang noch sehr viel getan werden", erklärt Hartwig Brandl (ÖH-Vorsitzteam), "Mittlerweile sind bereits mehr als die Hälfte der UniversitätsabsolventInnen weiblich. Ganz anders ist das Bild jedoch in den oberen Hierarchieebenen der Universität. Nur 35% der AssistenInnen sind Frauen, bei den ProfessorInnen gar nur noch 15% und besonders traurig ist das Bild auf der obersten Stufe, wo 20 männlichen Rektoren nur eine Rektorin gegenüber steht. Es muss noch einiges getan werden, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Geschlechtern an den österreichischen Unis zu erreichen."

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