Greenpeace: Illegale Abwasseremissionen bei Wollsdorf-Leder

Mögliche Ursache für aktuelle Probleme mit Raab-Schaum

Wien/Graz/Gleisdorf (OTS) - Nachdem gestern bekannt wurde, dass
sich auf der ungarischen Seite der Raab erneut Schaum gebildet hat, hat sich Greenpeace auf die Suche nach möglichen Verursachern begeben. Recherchen der Umweltorganisation haben ergeben, dass die Abwasserwerte der Firma Wollsdorf-Leder Schmidt im steirischen Wollsdorf, Bezirk Gleisdorf, seit Mitte Oktober drastisch erhöht und teilweise illegal sind.

Die gesetzlichen Grenzwerte wurden bis zu zwölffach überschritten. Besonders die Einleitung von organischen Schadstoffen, Phosphor, Stickstoff und Chrom ist stark gestiegen. Der Wert für den biologischen Sauerstoffbedarf (BSB5) lag bei allen drei offiziellen und veröffentlichten Messungen seit Oktober 2007 bei über 600 mg/l (Milligramm pro Liter), erlaubt sind maximal 400 mg/l. Die Phosphoremissionen sind seit Sommer 2007 um das Vierfache gestiegen und betragen jetzt das Doppelte des gesetzlich erlaubten Wertes. Im gleichen Zeitraum haben sich auch die Stickstoffemissionen verdoppelt. Die größte Grenzwertüberschreitung gab es bei Chrom mit 1,2 mg/l anstatt der zulässigen 0,1 mg/l.

Greenpeace fordert daher von den zuständigen Behörden ein sofortiges Einschreiten. "Das Verhalten der Firma Wollsdorf ist inakzeptabel. Auf der einen Seite hat das Unternehmen im Rahmen des Raab-Sanierungspaketes Kooperation zugesichert. Auf der anderen Seite werden die Emissionen erhöht und die Öffentlichkeit nicht einmal darüber informiert", empört sich Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster. Auf der Website des Unternehmens findet sich keinerlei Hinweis auf die offensichtlichen Abwasserprobleme.

Im Gegensatz zur Firma Wollsdorf-Leder liegen die aktuellen Emissionen der beiden Boxmark-Werke nach Greenpeace-Einschätzung im normalen Bereich. "Nach unseren Informationen setzt Boxmark die vereinbarten Sanierungsmaßnahmen planmäßig um. Wir gehen daher davon aus, dass Boxmark nicht die Ursache für die aktuellen Probleme mit dem Raab-Schaum ist", sagt Herwig Schuster, "Die Emissionen von Wollsdorf-Leder könnten hingegen verantwortlich für die neuerliche Schaumbildung sein. Wir fordern daher ein rasches Handeln der steirischen Behörden, insbesondere seitens der zuständigen Bezirkshauptmannschaft Gleisdorf. Es darf nicht sein, dass ein Betrieb, der so verantwortungslos handelt wie Wollsdorf-Leder, auch noch öffentliche Subventionen vom Land Steiermark im Zuge der Raab-Sanierung erhält."

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