Heinisch-Hosek zu EU-Genderbericht: Auch die Konsequenz von sieben Jahren ohne Frauenpolitik

Familiensplitting würde traditionelle Rollenverteilung einzementieren

Wien (SK) - Der aktuelle "Gender-Bericht" der EU-Kommission "macht deutlich, dass es ganz reale Konsequenzen hat, wenn Frauenpolitik im Sinne von Frauenförderung sieben Jahre lang praktisch nicht stattfindet", so SPÖ-Gleichbehandlungssprecherin Gabriele Heinisch-Hosek am Freitag. Umso wichtiger sei es jetzt, mit konkreten Maßnahmen diese Entwicklung - eine größer werdende Einkommensschere, weniger Frauen in Führungspositionen - umzukehren. ****

"Umso fataler wäre es, mit steuerlichen Maßnahmen die traditionellen Rollenbilder in Partnerschaften - der Mann als 'Ernährer' der Familie, die Frau bestenfalls als 'Dazuverdienerin' -einzuzementieren, wie das Teile der ÖVP mit dem Familiensplitting beabsichtigen. "Offenbar haben aber mittlerweile auch manche Frauen in der ÖVP erkannt, dass dieses Modell eine steuerliche Begünstigung wohlhabender Männer und überholter Rollenmuster ist. Man wird sehen, wie stark hier der Einfluss der Frauen in der ÖVP ist", so Heinisch-Hosek.

Die SPÖ setzt hingegen auf aktive Förderung von Frauen in allen Bereichen: Angefangen von 1.000 Euro Mindestlohn über 20 Millionen Euro vom Bund für Kinderbetreuungsplätze bis hin zu 100 Millionen AMS-Maßnahmen für Frauen konnte die SPÖ hier Wichtiges im Regierungsprogramm durchsetzen. Auch das flexiblere Kindergeld mit seiner 800-Euro-Variante, die auch mehr Männer in Karenz bringen soll, ist ein erster Schritt zu einer partnerschaftlicheren Aufteilung der unbezahlten Arbeit.

"Wir brauchen auf der einen Seite Bewusstseinsarbeit, dass Männer ihren Anteil an der Familienarbeit übernehmen. Mit Appellen allein wird es aber nicht getan sein. Deshalb muss auch die Politik aktiv werden." Heinisch-Hosek verwies dazu auf die SPÖ-Forderung, dass etwa bei der Nominierung zu den Uni-Gremien halbe/halbe verpflichtend sein soll. Auch die Frauenquote in börsennotierten Unternehmen nach norwegischem Vorbild wäre so ein kräftiges Signal, das auch reale Auswirkungen auf Frauenförderung in allen Ebenen haben würde, ist die SPÖ-Abgeordnete überzeugt. (Schluss) ah

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