Preisverleihung Hans-Czermak-Preis

Wien (OTS) - Am 1. Februar 2008 um 18.30 Uhr findet im RadioKulturhaus (4., Argentinierstraße 30a) die Verleihung des Hans-Czermak-Preises für eine gewaltfreie Gesellschaft durch Vizebürgermeisterin Grete Laska und Stadtrat Dr. Michael Ludwig statt.

Bereits zum achten Mal vergeben die Wiener Volkshochschulen diesen Preis, um die Erinnerung an den Kinderarzt und Sozialpädiater Univ.-Prof. Dr. Hans Czermak, einen Vorkämpfer für eine humane und gewaltfreie Erziehung, wachzuhalten. Prämiert werden Projekte bzw. Arbeiten, die einen Beitrag zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit für gewaltlose Erziehung leisten wollen. Der Sonderpreis wird für besondere Leistungen im Sinne eines Gesamtwerkes verliehen.

Die PreisträgerInnen

Die Privatschule KreaMont aus St. Andrä-Wördern mit ihren Projekten für das Bildungsjahr 2006/7 für den Bereich Volksbildung.

Seit dem Jahr 1994 gibt es die Privatschule KreaMont in St. Andrä-Wördern. Pädagogische Grundlagen sind die Montessori-Pädagogik, soziales Lernen und projektorientiertes Lernen. Gewaltfreie Erziehung in der Schule basiert auf dem Vertrauen, dass Kinder von Natur aus die Welt entdecken, erforschen und begreifen wollen. In einer liebevollen Umgebung und in Geborgenheit können die Kinder ihre individuellen Lernprozesse durchlaufen. Klare Regeln und Grenzen geben den Kindern Orientierung und Sicherheit. Konflikte werden zugelassen und aktiv begleitet. Die Kinder werden unterstützt, eigenständig Lösungen zu finden, bei denen die Bedürfnisse aller Beteiligten gehört und berücksichtigt werden. Projekte des Schuljahres 2006/7 waren u. a.: Die Theaterwoche zum Thema "Angst", das Ökolog-Gartenprojekt, das Geschichte-Projekt.

Die Gym-Company, des BG/BRG Gmunden für das Schülermusical "Shockheaded Struwwelpeter" für den Bereich bildende Kunst.

Die Gym-Company, die Bühnenspielgruppe am BG/BRG Gmunden unter der Leitung von Mag. Franz Mittendorfer, hat sich letztes Schuljahr die pädagogisch nicht unumstrittenen Struwwelpeter-Geschichten samt der Musik der Tiger Lillies als Ausgangspunkt genommen, sich mit Erziehung zu beschäftigen. Die Geschichten wurden analysiert, eventuelle Ursachen und Vorgeschichten für aktuelle Situationen nach Ideen der SchülerInnen entwickelt und mit Erziehungsgrundsätzen vom 18. bis ins 21. Jahrhundert ergänzt. So wurde u. a. das Thema des Amok laufenden Hasen mit aktuellen Zeitungsmeldungen von Amokläufen in Schulen und Universitäten eingeleitet, ein Zitat von Adolf Hitler bereitete die Szene von Harriet mit den Streichhölzern auf.
Das Musical ist ein schräges Stück zum Thema Erziehung. In sieben Vorstellungen mit jeweils ca. 200 BesucherInnen wurde dieses Thema auf kreative Weise SchülerInnen und Erwachsenen nähergebracht.

Sonderpreis für das Lebenswerk für BM a. D. Gertrude Fröhlich-Sandner

Gewaltfreie Erziehung ist für Gertrude Fröhlich-Sandner ein Leben bestimmender Faktor seit ihrer Jugend. Sie ist ein Mensch der Tat und versuchte immer, durch Gespräche und Lösungsvorschläge zu einem für alle akzeptablen gemeinsamen Ergebnis zu kommen. Als Lehrerin und Politikerin hat sie oft bewiesen, wie wichtig ihr gewaltfreie Erziehung und ein gewaltfreies Miteinander ist. Im Zentrum der politischen Arbeit Fröhlich-Sandners stand immer der Mensch und das Miteinander. Die Bereitschaft zum Gespräch mit Andersdenkenden war bei Fröhlich-Sandner jederzeit gegeben, getreu ihrer Überzeugung, dass "wo Worte fehlen, nur mehr die Gewalt bleibt". Den Dialog mit der 68er-Szene und deren Nachfolge-Bewegungen führte sie mit großem persönlichen Einsatz. Unter Gertrude Fröhlich-Sandner wurden die städtischen Heime umstrukturiert, sie gründete die "Streetworker", schuf sozialtherapeutische Wohngemeinschaften und unterstützte vielfältige private Initiativen, auch den Österreichischen Kinderschutzbund. Neben vielem anderen lag ihr auch die pädagogische Qualität der Kindergärten, die Modernisierung der Berufsschulen und die Volksbildung am Herzen. Sie hat durch ihr Engagement maßgeblich zur Durchsetzung des von Hans-Czermak initiierten Paragraphen 146a im Familienrecht beigetragen.

Alle Preise sind mit jeweils 2.200 Euro dotiert. Der Sonderpreis wird erstmals von der Zeitschrift Wien Live gesponsert.
Überreicht werden die Preise von Vizebürgermeisterin Grete Laska und StR Dr. Michael Ludwig, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Wiener Volkshochschulen GmbH. Die Veranstaltung moderiert Rainer Rosenberg. (Schluss) vhs

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Mag. Michaela Pedarnig
Pressereferentin Wiener Volkshochschulen
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