Wiener Gemeinderat (8)

Dringliche Anfrage zum Thema "alarmierende Mangelsituation in der stationären Psychiatrie im Wiener Krankenanstaltenverbund"

Wien (OTS) - Die Sitzung wurde um 16:00 zur Behandlung der Dringlichen Anfrage der Grünen unterbrochen.

Nach der Verlesung der Anfrage begründete GR Dr. Sigrid Pilz (Grüne) die Anfrage mit dem Hinweis, in der Sondersitzung des Gemeinderatsausschusses seien alle Vorwürfe zurück gewiesen worden. Es wurde behauptet, es gebe in der Psychiatrie keine Probleme. Es gebe viele Briefe von Mitarbeitern an ihre Vorgesetzten, es gebe ein Dokument der Ärztlichen Direktion über Personalmangel. Auch die Primarärztesitzung habe sich damit befasst, der Mittelbau habe sich in einem Brief an den Generaldirektor des KAV über Personalmangel und Überlastung beklagt, die auch zur Gefährdung von Patienten führen könne.

Psychisch Kranke seien leider stigmatisiert, sagte Gesundheitsstadträtin Mag. Sonja Wehsely (SPÖ) zu Beginn ihrer Antwort. Sie seien schwerstkrank. Im KAV suchten jährlich bis zu 12.000 Patienten psychiatrische Hilfe, davon kämen 75-80 Prozent freiwillig, um sich stationär behandeln zu lassen. Heute gebe es 620 Betten in der Erwachsenenpsychiatrie, früher waren es fast 3.000 Betten, damals gab es allerdings keine ambulante Versorgung. Die stationäre Behandlung und die ambulante ergänzen heute mit großem Schwergewicht bei der ambulanten Behandlung einander.

In der gesamten Psychiatrie leisten 1.165 Mitarbeiter eine hervorragende Arbeit, für das Otto-Wagner-Spital werde es in nächster Zeit 12 zusätzliche Ärzte und 18 zusätzliche Pfleger geben. Grundgedanke der stationären Psychiatrie sei auch die Regionalisierung zu einer wohnortnahen Betreuung.

Sie werde es nicht zulassen, dass auf dem Rücken von Patienten und deren Angehörigen ein Skandal herbei geredet werde. Allen Vorwürfen sei nachgegangen worden, es gab Überprüfungen und Begehungen. Die schwerwiegenden Vorwürfe hätten sich in keinem einzigen Fall bewahrheitet.

In allen psychiatrischen Abteilungen des KAV sind 148 systematisierte Ärztedienstposten. 8 Ärzte waren aus unterschiedlichen Gründen länger als 28 Tage, 2 Ärzte auf Grund von Verletzungen am Arbeitsplatz absent. Alle Beschränkungen würden ausführlich dokumentiert und werden dem zuständigen Bezirksgericht und der Patientenanwaltschaft gemeldet. Es wird in jedem Fall darauf Bedacht genommen, eine möglichst schonende und kurzfristige Beschränkung durchzuführen. Nicht in allen Fällen ist bei fixierten Patienten eine Einzelbetreuung notwendig. Bei einer Einzelbetreuung im Nachtdienst können zusätzliche Mitarbeiter eingesetzt werden. In jeder psychiatrischen Abteilung komme es gelegentlich zu Verletzungen von Mitarbeitern durch aggressive und gewalttätige Patienten. Die Mitarbeiter werden entsprechend geschult.

Bei 6.683 Patienten im vergangen Jahr im Otto-Wagner-Spital gab es 26 Fälle von gewalttätigen Übergriffen, davon 3 im Pavillon 23. Auf der forensischen Psychiatrie ist ein Justizwachebeamter tätig, bei Bedarf wird Verstärkung angefordert. Für die Zeiträume Montag-Freitag 15:30 bis 7:30 sowie an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen wird bewachtes Sicherheitspersonal eingesetzt. (Forts.) fk/gse

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