"KURIER"-Kommentar von Daniela Kittner: "Sinnlose Debatte"

Zusätzliche steuerliche Familienförderung ist ein mehrfach falscher Ansatz.

Wien (OTS) - Die ÖVP will in die Steuerreform unbedingt eine Familienförderung bauen. Ob das wirklich notwendig ist, darf bezweifelt werden.
Erstens gibt Österreich im EU-Vergleich viel für die Familien aus. Auch der heimische Verfassungsgerichtshof hat 2000 und 2001 auf Beschwerden festgestellt, dass Unterhaltspflichten steuerlich ausreichend berücksichtigt würden. Im übrigen: Trotz der hohen Förderung steigt die Geburtenrate nicht, in Haiders Kinderscheck-Land ist sie sogar besonders niedrig. Es liegt offenbar weniger am Geld, als an mangelnder Unterstützung für Frauen mit Kind in Form von hochwertiger Kinderbetreuung und Frauenförderung in der Arbeitswelt. Zweitens ist der steuerliche Ansatz verteilungspolitisch falsch. Je höher die Steuerklasse, umso mehr profitiert man von Absetzbeträgen. Mehrkindfamilien mit geringem Einkommen bringen Absetzmodelle wenig. Mit gutem Grund wird die Familienförderung derzeit als Direktsubvention unabhängig vom Einkommen der Eltern in gleicher Höhe ausbezahlt. Sie beträgt je nach Alter des Kindes zwischen 156 Euro und 261 Euro monatlich.
Wenn schon, dann würde es genügen, diese Beträge wertanzupassen und endlich die Lohnsteuer zu senken. Wenn Mama mehr Geld hat, hat auch das Kind mehr.

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