Marek zu EU-Genderbericht: Österreich mit Maßnahmen am richtigen Weg

Berufsorientierung und Berufsentscheidung wesentlich für weiteren Einkommens- und Karriereverlauf von Frauen

Wien (BMWA/OTS) - Bestätigt sieht sich Staatssekretärin Christine Marek einmal mehr hinsichtlich der Details des gestern veröffentlichen EU-Genderberichts bezüglich Einkommensschere und Frauen in Führungspositionen: "Wir haben Handlungsbedarf und sind mit den in den letzten Monaten gesetzten Maßnahmen am absolut richtigen Weg", so Marek. Hinsichtlich der Einkommensschere betont Marek vor allem die Wichtigkeit der Berufwahl von jungen Frauen und Mädchen. Sowohl Einkommens- als auch Karriereverlauf seien wesentlich von der Berufsentscheidung einer jungen Frau abhängig. Deshalb drängt die Staatssekretärin auch auf eine fixe Wochenstunde Berufsorientierung in der 7. und 8. Schulstufe.

Leider ist es nach wie vor so, dass Berufsentscheidungen von jungen Mädchen durch alle Ausbildungsfelder bis hin zum Universitätsstudium sehr traditionell getroffen werden. 50 Prozent der Mädchen etwa, die eine Lehre absolvieren, wählen lediglich aus drei Berufen: Friseurin, Bürokauffrau und Einzelhandelskauffrau. Mit der Weiterentwicklung des Blum-Bonus sollen künftig auch Mädchen in atypischen Berufen gefördert werden, so Marek. Auch mittels AMS-Initiativen werden Unternehmen gefördert, die Mädchen in technischen Berufen ausbilden. "Derartige Maßnahmen müssen mit dazu beitragen, dass traditionelle Rollenbilder aufgebrochen werden und Frauen verstärkt in männlich dominierte Berufsfelder und damit einkommensstärkere Berufe vordringen", so Marek.

Selbstverständlich sei besonders auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wesentlicher Knackpunkt sowohl bei der Einkommensentwicklung als auch beim Aufstieg von Frauen in Führungspositionen. Die Staatssekretärin geht davon aus, dass die Flexibilisierung des Kinderbetreuungsgeldes aber auch die Anstoßfinanzierung des Bundes von 60 Millionen Euro für Kinderbetreuung über drei Jahre wesentlich zu einer Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen werde. "Damit darf man jedoch nicht die Hände in den Schoss legen", so Marek.

Besonderes Augenmerk sei auch auf die Bewusstseinbildung zu legen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit habe zahlreiche Initiativen in Umsetzung, die in diesem Bereich Verbesserungen bringen werden. Marek nannte dazu unter anderem einen "Praxisleitfaden für Wiedereinsteigerinnen", damit die Babypause nicht in einem Karriereknick mündet. Hierbei gehe es um einen bessere Planung von Berufsausstieg, Karenzzeit als auch Wiedereinstieg zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmerin. Darüber hinaus sei eine Studie in Auftrag, mit der Unternehmen klar die betriebswirtschaftlichen Benefits bei Maßnahmen für Vereinbarkeit von Familie und Beruf aufgezeigt werden.

Hinsichtlich der Förderung von Frauen in Aufsichtsräten von börsenotierten Unternehmen plädiert Marek für die Aufnahme einer freiwilligen Selbstverpflichtung von Unternehmen in die Corporate Governance-Empfehlungen. "Hierfür haben wir auch die Wirtschaft im Boot. Gemeinsam sollte die Umsetzung so schnell wie möglich angegangen werden."

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