Bures zu EU-Genderbericht: Österreich hat Aufholjagd bereits gestartet

"Die Wirtschaft braucht die Frauen"

Wien (OTS) - Zu den Ergebnissen des jüngsten EU-Genderberichts für den Zeitraum 2001 bis 2006 - Österreich hat eine höhere Einkommensschere als der EU-Durchschnitt und weniger Frauen in Führungsjobs - sagt Frauenministerin Doris Bures: "Wieder zeigt sich:
Wenn Frauenpolitik nicht als zentrale Aufgabe gesehen wird, kommt es schnell zu Rückschritten. Deshalb gibt es wieder ein eigenes Frauenministerium und deshalb hat die Regierung bereits wichtige Schritte gesetzt - die Aufholjagd hat bereits begonnen."

Ein Bündel an bereits gesetzten Maßnahmen soll Frauen mehr Chancen im Job, Einkommens- ebenso wie Aufstiegschancen, geben:

Vom 1.000 Euro Mindestlohn werden vor allem Frauen profitieren, weil sie in den schlecht bezahlten Jobs überproportional vertreten sind.

Auch der Mehrarbeitszuschlag für Teilzeitkräfte ist ein wichtiger Schritt für mehr Einkommensgerechtigkeit: 40 Prozent aller unselbständig beschäftigten Frauen arbeiten Teilzeit.

Die Novelle zum Gleichbehandlungsgesetz räumt Frauen mehr Rechte im Job ein.

100 zusätzliche AMS-Millionen nur für Aus- und Weiterbildungsprogrammen für Frauen

6.000 neue Kinderbetreuungsplätze jährlich werden die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern.

Das flexible Kindergeld wird die Frauen dabei unterstützen, Berufsunterbrechungen kürzer zu halten und den Wiedereinstieg zu erleichtern.

Der Blum-Bonus neu wird junge Mädchen dabei unterstützen, berufliche Männerdomänen zu erobern, denn zukunftsträchtige und technische Berufe bringen bessere Karriere- und Verdienstmöglichkeiten.

"Diesen Schritten werden nun rasch weitere folgen müssen", sagt Bures. Konkret geht es darum, die Wirtschaftsförderung an betriebliche Frauenförderung zu koppeln: Unternehmen, die weiblichen Beschäftigten Wiedereinstiegsprogramme, Weiterbildungskurse, Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder, etc. anbieten, sollen auch bei der Wirtschaftsförderung Vorteile haben.

Außerdem findet Bures die Zeit reif für eine Diskussion über Frauenquoten in Aufsichtsräten von börsenotierten Unternehmen nach dem norwegischen Vorbild. "Das norwegische Beispiel hat Charme und zeigt erstaunlich gute Wirkung", sagt Bures.

Die Frauenministerin will in eine breite Diskussion mit der Wirtschaft treten. Diese habe mittlerweile über weite Strecken erkannt, dass Österreich das Rennen im internationalen Wettbewerb ohne die Frauen verlieren wird. "Nicht die Frauen brauchen den Good will der Wirtschaft, es ist umgekehrt: die Wirtschaft braucht die Frauen", sagt Bures.

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Pressesprecherin der Bundesministerin für Frauen, Medien und Öffentlichen Dienst
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