Universitäten: SPÖ will mehr Frauen an die Spitze bringen

Bures, Heinisch-Hosek, Broukal: SPÖ nominiert nur Frauen für Uni-Räte - Senate sollen paritätisch nominieren

Wien (SK) - Mehr Frauen an die Spitze der Universitäten - dieses Ziel will die SPÖ auch durch Maßnahmen im Zuge der Novelle zum Universitätsgesetz 2002 erreichen. Frauenministerin Doris Bures, Gleichbehandlungssprecherin Gabriele Heinisch-Hosek und Wissenschaftssprecher Josef Broukal präsentierten dazu am Donnerstag gemeinsam die Forderungen der SPÖ: Da "Appelle und Bewusstseinsarbeit offenbar zu wenig sind", so Bures, soll künftig gesetzlich verankert werden, dass alle Gremien bei der Besetzung der Uni-Räte zur Hälfte Frauen nominieren. Davon erwarten sich die SPÖ-PolitikerInnen, dass die Bedürfnisse von Frauen beachtet werden, so Broukal, und Bewerbungen von Frauen "nicht geringer" bewertet werden. ****

Dass Frauen in Spitzenpositionen der heimischen Unis deutlich unterrepräsentiert sind, belegen die Zahlen: So sind zwar unter den Studienanfängern und Absolventen mehr Frauen als Männer, der Frauenanteil unter Assistenten beträgt allerdings nur 33 Prozent, bei den Professoren nur mehr 15 Prozent. Unter 21 Rektoren gibt es überhaupt nur eine Frau. "Es fehlt also nicht am weiblichen Nachwuchs, sondern es hapert an der Durchlässigkeit. Die Gläserne Decke scheint an den Unis aus Beton zu bestehen", so Frauenministerin Bures. Bewusstseinsarbeit und Appelle seien zwar wichtig, "aber offenbar zu wenig". So hätten acht Senate, die Uni-Räte zu bestellen hatten, keine einzige Frau nominiert, kritisierte auch Wissenschaftssprecher Broukal.

Broukal sieht das Problem bei den "männerdominierten Unis" und "männlichen Seilschaften und Netzwerken"; man müsse deshalb versuchen, "die Gläserne Decke von oben zu durchschlagen". Die SPÖ habe deshalb für die ihr zustehenden Nominierungen für die Uni-Räte ausschließlich Frauen vorgeschlagen. "Es war kein Problem, 30 höchstqualifizierte Frauen zu finden", so Broukal. Auch Wissenschaftsminister Hahn sollte seinen Spielraum nützen und einen hohen Anteil von Frauen in die Uni-Räte schicken. "Wir erwarten uns von diesen Frauen, dass in Zukunft etwa die Frage der Kinderbetreuung nie mehr unter 'Allfälliges' abgehandelt wird, dass frauenpolitische Bedürfnisse mit mehr Sensibilität behandelt werden", so der SPÖ-Wissenschaftssprecher.

Außerdem will die SPÖ die Novelle zum Universitätsgesetz 2002 frauenpolitisch nützen, wie Bures betonte. Die Forderung: Jedes Gremium, das Personen in den Uni-Rat entsendet, muss diesen zur Hälfte mit Frauen beschicken. Dies sei wichtig, weil die Uni-Räte entscheidend bei der Auswahl der Rektoren sind. "Vor 100 Jahren wurden die Universitäten für Frauen geöffnet; wir haben nicht vor, weitere 100 Jahre zu warten, bis Frauen in Spitzenpositionen an den Unis eine Selbstverständlichkeit sind", betonte Bures.

SPÖ-Gleichbehandlungssprecherin Heinisch-Hosek verwies weiters auf zahlreiche Vorschläge aus den Unis selbst, wie frauenpolitische Elemente bei der UG-Novelle stärker integriert werden können. So sollten die Arbeitskreise zur Gleichbehandlung an den Unis mehr Kompetenzen bekommen, "Gender Budgeting" (also die geschlechtergerechte Verteilung der Budgets) und "Gender Monitoring" (das Sichtbarmachen von Frauen an den Unis) müsse forciert werden, so Heinisch-Hosek. Auch die Situation von Studierenden mit Kind müsse verbessert werden, etwa durch flexiblere Kinderbetreuungsangebote, so Frauenministerin Bures. (Schluss) ah

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